Inhaltsverzeichnis

FreeBSD für Umsteiger

Betrifft WM:
GnomeKDE
Betrifft OS:
FreeBSD

Es ist gestattet, dieses Dokument vollständig oder in Auszügen zu kopieren und zu verbreiten. Die Autoren sind unter http://www.bsdforen.de/showthread.php?t=5900 zu erreichen – bitte geben Sie diese Information immer mit diesem Dokument oder Auszügen davon weiter, damit der Leser hierüber eventuelle inhaltliche Fragen an die Autoren stellen kann.

Über dieses Dokument

An wen richtet sich diese Einleitung?

Dieses Dokument richtet sich an Umsteiger, die von einem anderen Betriebssystem zu FreeBSD wechseln möchten. Einsteiger, die im Umgang mit einem PC keinerlei Erfahrung besitzen, werden es schwer haben. Im Vorteil sind dagegen Anwender, die bereits mit anderen Unix-Systemen oder mit Linux Erfahrungen gesammelt haben. Sie werden sich schnell mit FreeBSD zurechtfinden. Windows- und MacOS- Anwender werden sich erst umgewöhnen müssen.

Was kann ich von dieser Einleitung erwarten?

Ich werde die Schritte beschreiben, die ein Anwender durchführen muß, um FreeBSD als Desktop-System einsetzen zu können. So findet sich eine Anleitung, wie eine Soundkarte zur Mitarbeit bewegt werden kann, um Multimedia-Anwendungen ausführen zu können. Die Einrichtung eines Webservers werde ich dagegen sicher nicht beschreiben.

Zudem ist diese Einleitung nur für die i386-Plattform gedacht. Andere von FreeBSD unterstützte Plattformen (alpha, amd64, pc98 und sparc) unterscheiden sich evtl. in einigen Punkten. Daneben sind einige der Anwendungen nur für i386 verfügbar. Die für einen Schritt notwendigen Programme werden nur insoweit erläutert, als dies zum Verständnis dieses Schritts notwendig ist. Eine tiefergehende Erläuterung würde den Rahmen dieser Einführung sprengen. Ich werde aber selbstverständlich beschreiben, wo der interessierte Anwender weiterführende Informationen finden kann.

Trotz allem ist diese Anleitung ziemlich umfangreich geraten, sie hat es sich auf mittlerweile 76 Seiten (PDF Version für FreeBSD 5.4) gemütlich gemacht. Keine Angst, Sie müssen das nicht alles durcharbeiten, da einige Abschnitte für Sie unerheblich sein werden. Dennoch sollten Sie sich etwas Zeit nehmen, um das Dokument durchzulesen. Versuchen Sie nicht, alles an einem Tag durchzuprügeln, die Einarbeitung in ein neues Betriebssystem braucht einige Zeit.

Weitergehende Informationen

Diese Einleitung kann nicht alle Fragen beantworten und wird recht geradlinig vorgehen. Ziel ist es nur, Ihnen einen lauffähigen Desktop-Rechner unter FreeBSD bereitzustellen. Sofern Sie sich für einen Themenbereich näher interessieren, ein Kommando besser kennenlernen möchten oder allgemein Ihre Unix-Kenntnisse vertiefen wollen, benötigen Sie weiterführende Dokumentation.

Unix-Einsteiger

Diese Einleitung richtet sich ausdrücklich nicht an Unix-Einsteiger, die zuvor noch nie mit Unix oder Linux gearbeitet haben. Ich setze daher ein paar sehr wenige grundlegende Unix-Kenntnisse voraus.

Wenn Sie dagegen bisher nur mit Microsoft Windows oder Apple MacOS gearbeitet haben, benötigen Sie eventuell zuerst eine grundlegende Unix-Einführung. Suchen Sie mit der Suchmaschine Ihrer Wahl nach entsprechenden Dokumenten – es gibt sie zuhauf. Sie können sich z. B. die Informationen unter http://www.netzmafia.de/skripten/unix/ oder http://www.galileocomputing.de/openbook/unix_guru/ ansehen. Wenn Sie ein gedrucktes Buch käuflich erwerben möchten, kann ich »Unix - Ein praktischer Einstieg« von Jerry Peek, Grace Todino & John Strang empfehlen, das im O’Reilly-Verlag herausgegeben wurde. Es kann über die Website http://www.oreilly.de bezogen werden.

Manpages

Wenn Ihr Rechner erst einmal läuft, steht Ihnen schon einmal die primäre Informationsquelle zu FreeBSD zur Verfügung: Die Manpages.

Sektionen

Die Manpages sind in verschiedene thematische Sektionen aufgeteilt:

↓Sektion Inhalt
1 Benutzerprogramme
2 Systemaufrufe und Fehlernummern
3 Bibliotheken für die Programmiersprache C
4 Beschreibungen zu Treibern
5 Beschreibt Dateiformate
7 Verschiedene Dokumente (z. B. Tipps zur Einrichtung einer Firewall, über die Organisation des Dateisystems unter FreeBSD, allgemeine Sicherheitstipps usw.)
8 Programme zur Systemadministration
9 Beschreibung von Kernelschnittstellen
n Eigentlich »Neues«, tatsächlich aber überwiegend Tcl-/Tk-Kommando-Referenzen.

↓ Gibt die Suchreihenfolge an.

Anzeigen von Manpages

Zur Anzeige dient das Programm man. Um z. B. die Manpage zum Befehl mkdir anzuzeigen:

$ man mkdir

man durchsucht nun die Sektionen von 1 bis n (in der Reihenfolge, wie in der Tabelle oben gezeigt) nach einer Manpage mit dem Namen »mkdir«. Existiert eine Manpage unter dem gleichen Namen in mehr als einer Sektion, wird die Manpage aus der Sektion angezeigt, die sich in der Suchreihenfolge am weitesten oben befindet.

Beispielsweise befindet sich in vielen Sektionen eine Manpage mit dem Namen »intro«, die den Themenbereich der jeweiligen Sektion kurz erläutert. Geben Sie

$ man intro

ein, und man wird zuerst in der Sektion 1 fündig. Dementsprechend wird die Manpage »intro« aus der Sektion 1 anzeigt, die Kurzschreibweise hierfür ist »intro(1)«. Wenn Sie jetzt aber beispielsweise die Manpage »intro« der Sektion 7 (kurz als »intro(7)« bezeichnet) anzeigen lassen wollen, müssen Sie die Nummer der Sektion explizit angeben:

$ man 7 intro

Um alle Manpages mit Namen »intro« aus allen Sektionen anzuzeigen, verwenden Sie den Befehl:

$ man -a intro

Wenn Sie zum Ende einer Manpage blättern oder die Taste Q drücken, wird automatisch die nächste Manpage namens »intro« aus der in der Suchreihenfolge nächsten Sektion angezeigt.

Wir besprechen später noch, wann und wie diese Befehle eingeben werden können.

Online-Manpages

Manpages können auch über eine HTML-Oberfläche gelesen werden. Besuchen Sie dazu die Website http://www.freebsd.org/cgi/man.cgi. Über diese Webseite lassen sich auch Manpages zu einigen Programmen aus den Ports abrufen. Dazu aus der Aufklappliste beispielsweise FreeBSD 9.0-RELEASE and Ports auswählen.

Systemdokumentation

Unter /usr/share/doc/en/articles befinden sich einige Dokumentationen (in englischer Sprache) zu umfangreicheren Themen, z. B. zur Einrichtung von Vinum, einem Software-RAID.

Im Verzeichnis /usr/share/doc/en/books liegen einige umfangreiche Bücher, wie etwa das offizielle »FreeBSD Handbook« (/usr/share/doc/en/books/handbook) sowie die »Frequently Asked Questions« (/usr/share/doc/en/books/faq), beide im HTML- Format. Beide Dokumente sind quasi Ihre Pflichtlektüre, wenn Sie nach Durcharbeiten dieser Einleitung ein laufendes System haben.

Es gibt außerdem Übersetzungen einiger dieser Werke. Sehen Sie z. B. in /usr/share/doc/de für deutsche Dokumentationen.

BSD-Foren

Auf http://www.bsdforen.de finden Sie ein deutsches Forum, das sich unter anderem mit FreeBSD beschäftigt. Wenn Sie ein Problem haben, verwenden Sie zuerst die Suchfunktion des Forums, um eventuelle Lösungen zu finden. Sehen Sie auch die Kategorie »Howtos« und das »Wiki« durch, die einige interessante Anleitungen vorhalten können.

Mailinglisten

Auch eine deutschsprachige Mailingliste für die BSD-basierten Betriebssysteme gibt es. Sie finden dazu nähere Informationen auf http://www.freebsd.de/mailinglists.html. Dort gibt es ebenfalls eine Suchfunktion, mit der Sie das Listen-Archiv durchsuchen können.

Internet-Suchmaschinen

Es ist selten, dass Sie der erste sind, der auf ein bestimmtes Problem trifft. Geben Sie die aufgetretene Fehlermeldung in eine der vielen Internet-Suchmaschinen ein. Sie werden mit Sicherheit einige Ergebnisse finden, in denen Lösungen für Ihr Problem genannt werden.

Auch allgemeinere Fragen können, bei Wahl der richtigen Suchwörter, häufig bereits durch die Ergebnisse einer Suchmaschine beantwortet werden. Es gibt sehr viel gute Dokumentation zu FreeBSD, auch kreuz und quer im Internet verstreut. Wenn Sie beispielsweise bei der später beschriebenen Konfiguration des DSL-Zugangs auf Probleme stoßen, versuchen Sie einmal die Suchwörter »DSL mit FreeBSD«. Sie finden damit eine sehr ausführliche Anleitung zu diesem Thema. Seite 10

Installation des Systems

Die Installation wird hier nur recht geradlinig beschrieben. Wenn Sie in einem oder mehreren Punkten abweichen, könnten einige der anderen Beschreibungen in diesem Dokument nicht mehr fehlerfrei ausgeführt werden.

Die Entwicklungszweige von FreeBSD

FreeBSD wird hauptsächlich in zwei Zweigen entwickelt. Zunächst gibt es -Stable, das ausführlich getestet und für Produktionssysteme gedacht ist. In diesem Zweig werden nur kleinere, gründlich getestete Änderungen aufgenommen. Trotzdem kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass auch unter -Stable etwas nicht wie erwartet funktioniert. Einsteiger sollten daher nicht sofort das aktuellste -Stable verwenden.

Daneben gibt es -Current. Dies ist der Entwicklerzweig, in den die neuesten Entwicklungen einfließen. Es ist nur für Leute gedacht, die sich mit dem System auskennen und mit unvorhergesehen auftretenden Fehlern umgehen können.

Im Moment (Mai 2013) ist FreeBSD 9 der -Stable-Zweig, FreeBSD 10 ist -Current.

Von Zeit zu Zeit werden von den verschiedenen Zweigen Releases erstellt. Ein Release ist eine ausführlich getestete Umgebung. Das Release eines -Stable-Zweiges ist die ideale Wahl für Einsteiger, Releases von -Current sind mit Vorsicht zu behandeln. Das beim Schreiben dieses Dokuments aktuelle Release des -Stable-Zweigs ist 9.1-Release. Es existiert auch noch ein 8.2 Release, doch der 8er-Zweig darf mittlerweile als veraltet angesehen werden.

Einsteiger sollten immer mit einem aktuellen Release des -Stable-Zweigs beginnen.

FreeBSD beziehen

Das FreeBSD-Team stellt ISO-Images bereit. Sie finden diese unter ftp://ftp.de.freebsd.org/pub/FreeBSD/ISO-IMAGES-i386/. Ich empfehle den Download von 9.1-Release. Sie finden im Verzeichnis 9.1 des FTP-Servers 6 Dateien. Sie benötigen im Prinzip nur die Datei File:FreeBSD-9.1-RELEASE-i386-disc1.iso. Laden Sie diese herunter und brennen Sie diese auf eine CD (es handelt sich um ein Standard-ISO-Image, das von jedem Brennprogramm verarbeitet werden sollte).

Alternativ können hier CD-ROMS bestellt werden: http://www.freebsdmall.com/cgi-bin/fm

Hier sind noch einmal sämtliche Bezugsquellen aufgelistet: http://www.freebsd.org/doc/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/mirrors.html

Unabhängig davon, auf welchem Weg Sie die Installations-Daten bezogen haben, ich werde diese CD zum Installieren von FreeBSD im weiteren »Install-CD« nennen – und wir werden sie auch nach der Installation noch brauchen.

Die Installation

Sie benötigen bei der hier vorgeschlagenen Methode etwa 24 GB unpartitionierten Speicherplatz auf Ihrer ersten Festplatte. Wenn die Festplatte zur Zeit vollständig mit anderen Partitionen belegt ist, müssen Sie diese erst verkleinern, um 24 GB freien Platz zu schaffen. Lesen Sie in der Dokumentation Ihres Betriebssystems nach, welche Schritte dazu durchgeführt werden müssen. FreeBSD benötigt außerdem eine primäre Partition. Sie dürfen also zur Zeit insgesamt maximal drei Partitionen (primäre oder erweiterte) auf der Festplatte angelegt haben.

Ideal wäre natürlich, wenn Sie mehrere Rechner haben und Sie einen allein für FreeBSD »opfern« können. Dann könnten Sie auch nicht mit anderen Betriebssystemen auf der gleichen Festplatte kollidieren. Der Rechner braucht nicht sonderlich schnell zu sein, alles ab etwa 400 MHz mit mindestens 128 MB RAM ist für den Anfang ausreichend. Allerdings benötigen heutige Benutzeroberflächen doch einiges an Rechenleistung. Daher sollte es ein Rechner mit mindestens einem Gigahertz Taktfrequenz und einem Gigabyte RAM sein, damit das Arbeiten mit dem System Freude bereitet.

Das BIOS muß alle angeschlossenen Geräte ordnungsgemäß initialisieren. FreeBSD verläßt sich darauf, dass das BIOS seinen Job tut. Bei Problemen sollten Dinge wie »PnP OS« im BIOS daher auf »No« bzw. »Disabled« gesetzt werden.

Wenn die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt sind, legen Sie die zuvor erstellte Install-CD in das Laufwerk Ihres Rechners ein und booten Sie davon. Nach kurzer Zeit landen Sie im Boot-Manager. Diesen können Sie durch Drücken der Enter-Taste direkt beenden. Wenn Ihr Rechner Probleme ohne ACPI macht, müssen Sie mit der Option 2 booten (das ist häufig bei sehr modernen Systemen der Fall).

Anschließend befinden wir uns im Hauptmenü. Wählen Sie dort den Menüpunkt »Standard« aus.

Sie befinden sich jetzt im FDISK. Hier können Sie ein Slice anlegen, das später die FreeBSD-Partitionen enthalten wird. Drücken Sie die Taste C und geben Sie als Größe 24576m ein – dies entspricht 24 GB, was ich für die Installation empfehle. Den Partitionstyp belassen Sie unbedingt beim voreingestellten Wert. Wenn dies das einzige Slice auf der Festplatte ist, markieren Sie dieses durch drücken der Pfeil-nach-unten-Taste und kennzeichnen Sie es als aktiv (durch drücken der Taste S). Drücken Sie schließlich Q, um FDISK zu beenden.

Nun werden Sie gefragt, was Sie mit dem MBR anstellen wollen.

  • Wählen Sie »BootMgr«, um den Boot-Manager von FreeBSD zu installieren. Sie können dann beim Booten mit den Funktionstasten das Betriebssystem auswählen, das Sie starten wollen.
  • Mittels »Standard« wird einfach das als aktiv markierte Slice gebootet. Wenn Sie nur ein Slice auf Ihrer Festplatte anlegen, können Sie einfach diese Option wählen. Das Slice mußte dann aber unbedingt in FDISK als aktiv markiert worden sein.
  • Und Sie können schließlich mit »None« keine Veränderungen vornehmen. Das ist der Fall, wenn Sie bereits einen anderen Boot-Manager auf Ihrem System verwenden.

FreeBSD wird einfach durch Laden des Codes im Bootblock seines Slices gebootet. Es verhält sich in dieser Hinsicht analog zu Betriebssystemen aus dem Hause Microsoft. Sie können FreeBSD also auf dem gleichen Wege wie MS-DOS oder Microsoft Windows von Ihrem Boot-Manager starten lassen.

Jetzt gelangen Sie in den Disklabel Editor, der in dem vorher erzeugten Slice die Partitionen erstellt. Die Partitionierung ist immer eine kleine Glaubensfrage und auch vom jeweiligen Einsatzzweck abhängig. Für zukünftig stressfreie Systemaktualisierungen sollte /home eine eigene Partition vorgesehen werden. Es folgt ein Vorschlag für eine mögliche Partitionierung:

Größe Mountpoint
512M /
7168M /home
2048M /tmp
12288M /usr
1024M /var

Gehen Sie nun für jede Zeile dieser Tabelle wie folgt vor: Drücken Sie zunächst die Taste C. Sie werden nach der Größe des Dateisystems gefragt, geben Sie dazu den Wert in der Spalte »Größe« (inklusive dem angehängten »M«) ein. Beantworten Sie die nächste Frage durch auswählen des Punktes »FS«. Geben Sie dann als Mountpoint den zugehörigen Eintrag aus der Spalte »Mountpoint« an. Da wir zur Zeit mit einer amerikanischen Tastaturbelegung arbeiten, befindet sich der benötigte Schrägstrich praktischerweise direkt auf der Bindestrich-Taste, links der rechten Shift-Taste.

Wenn Sie alle Zeilen dieser Tabelle abgearbeitet haben, bleiben noch 1024 MB übrig. Drücken Sie nun wieder die Taste C, drücken Sie bei der Größe einfach Enter und wählen Sie im nächsten Menü den Punkt Swap. Damit erstellen Sie einen Auslagerungsbereich, der genau so groß wie der noch verbleibende freie Speicherplatz ist. Üblicherweise sollten 1024 MB Auslagerungsbereich mehr als ausreichend sein. Anschließend verlassen Sie auch den Disklabel Editor mit der Taste Q.

Nun wählen Sie die zu installierende Software, indem Sie den Cursor auf der Zeile »9 X-User« plazieren und Enter drücken. Die Frage, ob das Portssystem installiert werden soll, beantworten Sie ebenfalls mit »YES« (wir beschäftigen uns später noch ausführlich mit den Ports). Das Fenster »X.Org Distribution« können Sie ebenfalls mit Enter bestätigen. Drücken Sie die Tabulator-Taste, um die Schaltfläche »OK« zu markieren, und fahren Sie mit Enter fort.

Als Installationsmedium können Sie dann »1 CD/DVD« auswählen. Nach der Sicherheitsabfrage beginnt die Installation der Software, was eine kurze Zeit in Anspruch nehmen wird.

Beantworten Sie die anschließende Frage nach der Konfiguration eines Netzwerkgeräts mit »No«.

Auch die Fragen betreffend Gateway, inetd, SSH-Logins, anonymem FTP-Zugang und dem NFS-Server können Sie mit »No« überspringen. Lediglich beim NFS-Client könnten Sie »Yes« wählen, wenn Sie später Zugriff auf NFS-Shares anderer Rechner in Ihrem Netzwerk herstellen wollen. Ansonsten ist auch hier »No« die richtige Wahl.

Wählen Sie bei der Frage, ob Sie Ihre Konsole einstellen möchten, »Yes«. Im daraufhin erscheinenden Menü wählen Sie den Punkt »3 Keymap« und wählen anschließend die Tastaturtabelle »German ISO« aus. Fahren Sie mit »X Exit« fort.

Nun möchten Sie die Zeitzone konfigurieren, wählen Sie bei der entsprechenden Frage das voreingestellte »Yes«. Da Ihre BIOS-Uhr nach lokaler Zeit laufen sollte, wählen Sie anschließend »No«. Im nächsten Menü wählen Sie den Kontinent und anschließend das Land, in dem der Rechner steht.

Die Frage nach der Linux-Binär-Kompatibilität sollten Sie mit »Yes« beantworten, da Sie vermutlich früher oder später auch Linux-Anwendungen unter FreeBSD ausführen wollen oder müssen. Sehen Sie im Kapitel 22 des FreeBSD Handbook nach, um nähere Informationen zu diesem Thema zu erhalten.

Nun die Frage nach der angeschlossenen Maus. Bei einer USB-Maus können Sie mit »No« antworten, da solche Mäuse automatisch erkannt werden. Für serielle oder PS/2-Mäuse wählen Sie »Yes«. Unter »3 Type« sollten Sie meist »1 Auto« wählen, außer, Sie haben eine der unter den anderen Punkten genannten Mäuse. Wählen Sie anschließend unter Punkt »4 Port« die entsprechende Schnittstelle, an der die Maus angeschlossen ist. Wählen Sie schließlich den Punkt »5 Flags«. Wenn Sie hier -3 eintragen, können Sie eine nicht vorhandene dritte Maustaste durch gleichzeitiges Drücken der anderen beiden Tasten emulieren. Unter Unix brauchen Sie recht häufig die mittlere Taste. Wenn Sie eine Maus mit einem Scroll-Rad besitzen, brauchen Sie dies nicht, weil die dritte Taste durch das Drücken (nicht Drehen!) des Rades erzeugt wird. Aktivieren Sie die Einstellungen schließlich durch Wahl des Punktes »2 Enable«.

Die Packages möchten wir jetzt nicht durchsuchen, ebensowenig wollen wir einen Benutzer anlegen. Beide Fragen können mit »No« erledigt werden.

Wichtig ist aber auf jeden Fall das root-Paßwort. Geben Sie es zweimal hintereinander exakt gleich ein und vergessen Sie es keinesfalls. Sie brauchen dieses Paßwort später, um den Rechner zu administrieren. Ohne dieses Paßwort geht nicht mehr viel.

Beantworten Sie die nächste Frage noch mit »Yes«, um wieder zum Konfigurationsmenü zurückzukehren. Wählen Sie dort den Punkt »Distributions«, anschließend die Kategorie »src« und dort den Punkt »sys«. Damit installieren Sie die Quellen des Basissystems. Sie können diese später einmal brauchen, um einen eigenen Kernel zu konfigurieren. Aber auch für die Installation bestimmter Treiber, z. B. für eine Audigy-Soundkarte, werden diese Quellen benötigt. Wählen Sie anschließend zweimal nacheinander die Schaltflächen »OK«, um die Quellen zu installieren.

Das Konfigurationsmenü verlassen Sie über »X Exit«. Wählen Sie dann mit der Tabulator-Taste die Schaltfläche »Exit Install« und lassen Sie den Rechner neu booten. Achten Sie darauf, dass der Rechner anschließend von der Festplatte startet, nicht von der CD.

Das war es dann im Prinzip auch »schon« mit Ihrer vielleicht ersten FreeBSD-Installation. Nun steht die Konfiguration an.

Die ersten Schritte mit dem neuen System

Nun sollte sich FreeBSD auf Ihrem Rechner befinden und problemlos booten. Wenn der Bootvorgang abgeschlossen ist, sollten Sie eine Aufforderung ähnlich der folgenden sehen:

FreeBSD/i386 (Amnesiac) (ttyv0)

login:

Bleibt natürlich die Frage, was wir damit jetzt anfangen können.

Am System anmelden

Durch Anzeige von login: teilt Ihnen das System mit, dass Sie sich nun mit einem Benutzernamen anmelden können. Geben Sie root ein und drücken Sie die Enter-Taste. Sie werden dann nach dem root-Paßwort gefragt, das Sie bei der Installation festgelegt hatten. Geben Sie das Paßwort ein (es wird während der Eingabe aber nicht auf dem Bildschirm dargestellt) und drücken Sie erneut die Enter-Taste.

Nun sollten Sie den Shell-Prompt angezeigt bekommen. Hier können Sie nun endlich Befehle eingeben.

Vom System abmelden

Wir führen nun unseren ersten Befehl aus. Geben Sie am Shell-Prompt

# exit

ein und drücken Sie die Enter-Taste. Damit werden Sie vom System abgemeldet, es wird wieder der login-Prompt angezeigt. Melden Sie sich dann wieder als root an.

Das System anhalten

Schalten Sie ein laufendes System nie einfach ab! Sie müssen einen ordnungsgemäßen Shutdown durchführen. Um den Rechner anzuhalten, können Sie den Befehl

# shutdown -h now

eingeben. Sie können den Computer ausschalten, wenn Sie die Meldung

The operating system has halted.
Please press any key to reboot.

sehen. Natürlich können Sie an dieser Stelle durch Drücken einer beliebigen Taste einen Neustart des Systems durchführen. Wenn Sie ohnehin vorhaben, den Computer neu zu booten, können Sie auch gleich den Befehl

# shutdown -r now

verwenden. Wenn Sie weitere Hilfe zu diesem Befehl erhalten möchten, können Sie jetzt die entsprechende Manpage ansehen:

# man shutdown

Wenn Sie mit den Cursor- oder den Bild-Tasten bis zum Ende der Manpage blättern, wird automatisch wieder das Shell-Prompt angezeigt. Sie können die Anzeige aber auch jederzeit durch Drücken der Taste Q beenden.

Anlegen von Benutzern

Sie arbeiten zur Zeit als Benutzer root. Dieser Benutzer hat die vollen Zugriffsrechte auf jeden Teil des Systems. Sie sollten nur unter diesem Benutzernamen arbeiten, wenn dies unbedingt nötig ist. Für Ihre tägliche Arbeit, wie z. B. das Schreiben von Briefen oder dem Surfen im Internet, brauchen Sie keinesfalls die Mächtigkeit des root. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie sich einen Benutzernamen anlegen, der nur minimale Rechte im System besitzt.

Das Anlegen von Benutzern ist allerdings auch dem Benutzer root vorbehalten. Führen Sie daher als root folgenden Befehl aus, um den Benutzer noob zu erstellen:

# pw useradd noob -u 500 -g wheel -s /bin/csh -m

Ändern Sie den Benutzernamen noob entsprechend Ihren eigenen Vorstellungen ab. Sie sollten jedoch keine Leer- oder andere Sonderzeichen darin verwenden.

Die 500 ist die Benutzer-ID, die diesem Benutzer zugeordnet werden soll. Jeder Benutzer sollte eine auf dem System eindeutige ID erhalten. Beginnen Sie mit 500. Wenn Sie weitere Benutzer hinzufügen möchten, erhöhen Sie die ID jeweils auf den nächsten, noch nicht verwendeten Wert (501, 502 usw.).

Die anderen Angaben sind vorerst nicht interessant, Sie können diese natürlich jederzeit in der Manpage zum Befehl pw nachlesen.

Alternativ kann auch der Befehl adduser verwendet werden, der Sie dialogbasiert durch die Erstellung eines neuen Benutzerkontos führt.

Anschließend müssen Sie noch das Paßwort für den Benutzer noob festlegen:

# passwd noob

Auch hier ersetzen Sie noob mit dem Benutzernamen, den Sie weiter oben tatsächlich verwendeten. Sie werden dann gebeten, das neue Paßwort für den Benutzer zweimal einzugeben. Das Paßwort wird nur geändert, wenn Sie es zweimal exakt gleich eingeben.

Anschließend können Sie sich mit exit abmelden. Versuchen Sie nun, sich am login-Prompt mit dem neuen Benutzernamen und dem zugehörigen Paßwort anzumelden. Die weiteren Ausführungen in diesem Dokument gehen davon aus, dass Sie sich korrekt unter Ihrem Benutzernamen anmelden können – Sie sollten dies also jetzt schon sicherstellen.

Grundlegende Administrationswerkzeuge

Eines der wichtigsten Werkzeuge eines Administrators ist der Text-Editor. Es gibt viele Text-Editoren für FreeBSD. Für den Anfang müssen Sie jedoch einen beherrschen, der zusammen mit FreeBSD ausgeliefert wird. Zum einen ist das der vi, viele Unix- und Linux-Anwender werden ihn zu schätzen wissen. Leider ist der Umgang mit ihm doch etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn Sie den vi nicht beherrschen, können Sie den Easy Editor verwenden, ein wesentlich leichter handhabbarer Editor, der ebenfalls im Basissystem von FreeBSD enthalten ist.

echo tut’s meist auch

Meist werden wir zur Konfiguration allerdings nicht zwingend einen Editor brauchen. Mit dem Befehl echo kann man beliebige Zeichen an eine Datei anhängen. Das ist meist ausreichend und so werde ich möglichst oft vom Befehl echo Gebrauch machen, da wir damit auch schneller als mit dem Editor fertig sind. Sie finden z. B. oft die Anweisung, folgendes einzugeben:

# echo 'blafasel "blubb" \
> noch mehr blubber' >> /etc/irgendwas.conf

Geben Sie also zunächst echo, ein Leerzeichen und dann das Apostroph-Zeichen ein. Dies ist das Zeichen, das Sie mit Shift+# erzeugen, nicht mit dem Akzent verwechseln! Danach tippen Sie blafasel »blubb« \ und drücken die Enter-Taste. Der Befehl wird noch nicht ausgeführt. Geben Sie noch mehr blubber ein und schließen Sie den Textteil mit einem weiteren Apostroph-Zeichen ab. Jetzt folgen zwei », damit wird der Text an eine Datei angehängt. In einigen Befehlen wird auch nur einzelnes > aufgeführt – damit wird dann der bestehende Inhalt einer Datei restlos überschrieben. Das ist also ein großer Unterschied, achten Sie darauf. Zum Abschluß geben Sie die Datei an, in die geschrieben werden soll, im Beispiel ist das die Datei /etc/irgendwas.conf. Drücken Sie jetzt die Enter-Taste, um den Befehl tatsächlich auszuführen.

Der Easy Editor

Der Easy Editor macht seinem Namen alle Ehre – er ist wirklich einfach zu bedienen. Starten Sie den Editor mit Angabe eines Dateinamens:

# ee /etc/rc.conf

Wenn die Datei bereits existiert, wird sie zur Bearbeitung in das Editor-Fenster geladen. Wenn die Datei noch nicht existiert, wird sie beim Abspeichern des Textes angelegt.

Die Bearbeitung einer Textdatei mit dem Easy Editor sollte keine Schwierigkeiten bereiten, sie sollte von anderen, einfachen Editoren bekannt sein. Wenn Sie den Editor beenden und die Änderungen an der Datei abspeichern wollen, drücken Sie die Escape-Taste. Es erscheint das »Hauptmenü«:

+----------------------------+
| Hauptmenü                  |
|                            |
| a) Editor beenden          |
| b) Hilfe                   |
| c) Dateioperationen        |
| d) Bildschirm regenerieren |
| e) Einstellungen           |
| f) Suche                   |
| g) Verschiedenes           |
|                            |
| Escape zum Beenden         |
+----------------------------+

Der Cursor steht standardmäßig auf Punkt a). Sie können also einfach die Enter-Taste drücken, um diesen Punkt auszuwählen. Alternativ können Sie die Taste mit dem entsprechenden Buchstaben betätigen, hier also die A-Taste.

+--------------------+
| Ende-Menü          |
|                    |
| a) Speichern       |
| b) Verwerfen       |
|                    |
| Escape zum Beenden |
+--------------------+

Drücken Sie im »Ende-Menü« wieder Enter oder A, um die Datei abzuspeichern und den Editor zu beenden. Sie können ein Menü jederzeit mit der Escape-Taste beenden, wenn Sie wieder zurück zur Textbearbeitung kehren möchten.

Deutsche Lokalisierung

Sofern Sie an einer deutschsprachigen Betriebssystemumgebung interessiert sind, lesen Sie in diesem Kapitel über die dazu notwendigen Schritte. Ansonsten können Sie direkt zum nächsten Kapitel übergehen.

Deutsches Tastaturlayout

Hier beschreibe ich nur, wie Sie ein deutschsprachiges Tastaturlayout auf der Systemkonsole einrichten. Für den X-Server wird dies im nächsten Kapitel beschrieben.

Sofern Sie bereits bei der Installation die korrekte Tastaturbelegung ausgewählt haben, brauchen Sie jetzt nichts mehr zu tun. Ansonsten können Sie dies jetzt auch über den Befehl

# echo 'keymap="german.iso"' >> /etc/rc.conf

nachträglich noch ändern.

Zeichensatz einstellen

Stellen Sie zunächst den korrekten Zeichensatz auf der Konsole ein:

# echo 'font8x16="iso-8x16.fnt" \
> font8x14="iso-8x14.fnt" \
> font8x8="iso-8x8.fnt"' >> /etc/rc.conf

Nun ändern wir den Terminaltyp in der Datei /etc/ttys vom voreingestellten cons25 in den benötigten cons25l1:

# sed -e s/cons25/cons25l1/g /etc/ttys > TTYS.NEU
# mv TTYS.NEU /etc/ttys

Abschließend müssen wir noch der Umgebungsvariablen $LANG einen anderen Wert zuweisen. Das geht entweder zentral in der /etc/login.conf oder bei jedem Benutzer für sich in der Datei ~/.login_conf.

In der /etc/login.conf vorgenommene Änderungen gelten immer für ganze Benutzergruppen, Einstellungen für die Gruppe default gelten sogar für alle Benutzer.

Zum Ändern der der login.conf bearbeiten Sie sie mit dem Editor:

# ee /etc/login.conf

Nun bearbeiten Sie die Gruppe default folgendermaßen:

default:\
	:passwd_format=md5:\
	:copyright=/etc/COPYRIGHT:\
	:welcome=/etc/motd:\
[...]
	:ignoretime@:\
	:umask=022:\
	:charset=ISO8859-1:\
	:lang=de_DE.ISO8859-1:

Achten Sie auf den \ den Sie hinter :umask=022: einfügen müssen.

Nun muss noch cap_mkdb aufgerufen werden um die Änderung nach einem Neustart wirksam zu machen:

# cap_mkdb /etc/login.conf

Nach der Konfiguration

Booten Sie den Rechner nun der Einfachheit halber neu, damit die vorgenommen Änderungen wirksam werden.

Deutschsprachige KDE-Umgebung

Sofern Sie sich für die grafische Oberfläche KDE entscheiden (siehe weiter unten), soll bereits hier im Vorgriff darauf hingewiesen werden, wie Sie das deutsche Sprachpaket für KDE installieren.

Folgende Voraussetzungen jedoch müssen zuerst geschaffen werden:

  • Die grafische Benutzeroberfläche muß konfiguriert werden (Kapitel 7).
  • KDE muß bereits installiert sein (Kapitel 8).
  • Sie müssen eine Internet-Verbindung aufbauen können (Kapitel 13).

Lesen Sie also erst einmal der Reihe nach weiter in diesem Dokument. Nach und nach werden Sie die noch fehlenden Voraussetzungen erfüllen können. Kehren Sie dann wieder hierher zurück und führen Sie einen der beiden folgenden Befehle aus, je nach dem ob Sie KDE3 oder KDE4 verwenden:

# pkg_add -r de-kde3-i18n
# pkg_add -r de-kde-l10n

Das entsprechende Paket wird aus dem Internet heruntergeladen und installiert. Im KDE-Kontrollzentrum, Unterpunkt Regionaleinstellungen & Zugangshilfen → Land/ Region und Sprache, kann dann jeder Benutzer die Deutsche Sprachoberfläche einstellen. Genaue Informationen über das Installieren von Software finden Sie natürlich auch in diesem Dokument, und zwar im Kapitel 14.

Die grafische Benutzeroberfläche

Zur Zeit lacht uns nur die textbasierte Systemkonsole entgegen, in der wir auch schon einige textbasierte Anwendungen ausgeführt haben. Wir möchten nun aber auch ein paar grafische Programme ausführen, um unsere tägliche Arbeit damit zu erledigen. Vielleicht sind Sie auch an Multimedia-Anwendungen interessiert. Kein Problem für FreeBSD.

Wir benötigen zunächst ein Programm, welches in der Lage ist, Grafikelemente auf dem Bildschirm darzustellen. Unter FreeBSD wird dazu seit 5.3-Release das X Window System namens X.org verwendet (vorher war XFree86 im Einsatz). Er wurde bei der Installation automatisch auf die Festplatte kopiert, wenn Sie die Installationsart »X-User« gewählt hatten.

Bis FreeBSD 6.2 ist der Xorg-6-Zweig in Verwendung. Inzwischen hat der Xorg-7-Zweig seinen Weg in die FreeBSD-Ports gefunden. Für ein Update lesen Sie bitte unbedingt gründlich den entsprechenden Eintrag in /usr/ports/UPDATING. Ab FreeBSD 8 ist ein Update nicht mehr notwendig, da Xorg-7 sowohl in den Ports als auch in den Packages bereits Standard ist.

Komponenten

Bei dem Begriff GUI handelt es sich unter unixartigen Systemen nicht um eine einzige Systemkomponente, sondern es wird zwischen verschiedenen Komponenten unterschieden, die in ihrer Gesammtheit eine interaktive grafische Benutzeroberfläche bilden. Diese komponenten sind das Window System, der Window Manager und die Desktopumgebung.

Da Fragen wie Welcher ist der beste WM? oder Welche GUI kann empfohlen werden? zu religionkriegsartigen Ausmaßen führen, können diese ganz einfach vermieden werden, indem man sich die verschiedenen WMs oder kompletten Desktopumgebungen selbst anschaut und sich seine eigene Meinung bildet. Hierbei sei auf die Seite http://xwinman.org/intro.php verwiesen, die eine grosse Sammlung an Window Managern und Desktopumgebungen beinhaltet und eine leicht zu verstehende Einführung in diese Thematik bereitstellt.

Das Window System

Das Window System ist für die Darstellung der grafischen Elemete auf dem Bildschirm zuständig. Unter unixartigen Systemen ist das X Window System am weitesten verbreitet, welches mittlerweile hauptsächlich durch x.org Verwendung findet. Des Weiteren gibt es Projekte wie z.B. das Y Window System. Dies kann jedoch (noch) nicht als Alternative zum X Window System gesehen/verwendet werden.

Der Window Manager

Ein Window Manager legt die Gestaltung der grafischen Elemente, die durch das Window System angezeigt werden, und deren Verhalten bei einer Interaktion des Benutzers fest. Bsp: das Aussehen und die Verwaltung von Fenstern, Taskleisten etc.

Die Desktopumgebung

Eine Desktopumgebung bezeichnet ein Komplettpaket aus Windowmanager und verschiedenen Erweiterungen wie Dateibrowser, Themes und Konfigurationstools. Bsp: KDE basiert auf dem Window Manager KWin und bringt als Dateibrowser/Internetbrowser Konqueror mit sich.

Mischmasch aus Allem

Es ist theoretisch möglich, die Einzelteile verschiedener Desktopumgebungen miteinander zu vermischen. Hat man z.B. FluxBox als Windowmanager installiert, da man auf Zusätze wie Desktop Icons verzichten möchte, aber auf keinen Fall den Browser Nautilus von Gnome missen möchte, so kann dies ohne größere Probleme bewerkstelligt werden. Eine erhöhte Anzahl an installierten Ports ist dadurch jedoch nicht ausgeschlossen, da jede Desktopumgebung auf teilweise unterschiedlichen Grafikbibliotheken basieren.

Einrichtung des X-Servers

Die Konfiguration von Xorg gestaltet sich in der Regel recht einfach, da viele Dinge bereits während der Installationsphase von FreeBSD erledigt werden. Daher sind nur noch einige wenige Handgriffe notwendig, um eine Benutzeroberfläche (GUI) zu erhalten. Aber es gibt auch Fallstricke, die meist exotische Grafikkarten oder die aktuellste Generation der Grafikhardware betreffen. Auch und gerade Notebook-Besitzer sind nicht vor Überraschungen sicher!

Aus Gründen der Kompatibilität und leichteren Portierbarkeit von Linux-Anwendungen wurde HAL (hardware abstraction layer) von Linux nach FreeBSD übertragen. Wenn Xorg aus den Ports heraus installiert wird, dann hat man die Auswahl, ob man eine HAL-Unterstützung implementiert haben möchte oder nicht.

Die folgenden Punkte beschreiben die generelle Vorgehensweise zur Installtion von Xorg. Am Ende des Abschnitts wird kurz auf die Treiber der beiden großen Hersteller NVidia und ATi eingegangen.

Konfiguration mit HAL

Damit Xorg und HAL zusammenarbeiten, sind in der Systemkonfiguration /etc/rc.conf folgende zwei Zeilen zu ergänzen:

hald_enable="YES"
dbus_enable="YES"

Wie fast jede Anwendung benötigt auch X.org eine Konfigurationsdatei. Melden Sie sich als root an und führen Sie den Befehl

# X -configure

aus, schon haben Sie eine grundlegende Konfiguration erzeugt. Sie wurde unter /root/xorg.conf.new abgelegt.

Manchmal kommt es vor, dass Xorg weder Tastatur noch Maus erkennt. Da hilft es fast immer, die automatische Erkennung beider Eingabegeräte zu deaktivieren.

Die Konfiguration von Xorg bietet eine Möglichkeit, die automatische Erkennung durch HAL zu deaktivieren. Dazu wird in der Datei /root/xorg.conf.new im Abschnitt ServerLayout oder ServerFlags diese Zeile eingetragen: <files>

Option "AutoAddDevices" "false"

</file>

Das wäre soweit erledigt. Es sind nur noch wenige Schritte, bis die Konfiguration abgeschlossen ist.

Konfiguration ohne HAL

Wie fast jede Anwendung benötigt auch X.org eine Konfigurationsdatei. Melden Sie sich als root an und führen Sie den Befehl

# X -configure

aus, schon haben Sie eine grundlegende Konfiguration erzeugt. Sie wurde unter /root/xorg.conf.new abgelegt.

Konfiguration anpassen

Das war nicht sonderlich schwer. Wir werden jedoch noch zwei (bzw. drei) Anpassungen an der Konfiguration vornehmen müssen. Öffnen Sie die xorg.conf.new dazu mit Ihrem Editor.

Zunächst sind Sie sicher an einem deutschen Tastatur-Layout interessiert. Suchen Sie daher den folgenden Abschnitt:

Section "InputDevice"
	Identifier "Keyboard0"
	Driver "kbd"
EndSection

Mit diesen Einstellungen wird der Standard, also ein englisches Tastatur-Layout, verwendet. Wir fügen noch ein paar Zeilen ein, so dass der Abschnitt anschließend wie folgt aussieht:

Section "InputDevice"
	Identifier "Keyboard0"
	Driver "kbd"
	Option "XkbRules" "xfree86"
	Option "XkbModel" "pc105"
	Option "XkbLayout" "de"
	Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection

Dies geht davon aus, dass Sie eine Tastatur mit 105 Tasten (oft als »Win-Tastatur« beworben) und deutschsprachigem Layout im Einsatz haben.

Wenn Sie eine Maus mit einem Scroll-Rad besitzen, passen Sie die Konfiguration folgendermaßen an, um durch Drehen des Rades einen Bildlauf zu erzeugen:

Section "InputDevice"
	Identifier "Mouse0"
	Driver "mouse"
	Option "Protocol" "auto"
	Option "Device" "/dev/sysmouse"
	Option "ZAxisMapping" "4 5"
	Option "Buttons" "5"
EndSection

Zum Ende der Datei finden Sie schließlich die Section »Screen«. Löschen Sie diese vollständig (also von der Zeile Section »Screen« bis zur Zeile EndSection). Fügen Sie dann folgende Zeilen ein:

Section "Screen"
	Identifier "Screen0"
	Device "Card0"
	Monitor "Monitor0"
	DefaultDepth 16

	SubSection "Display"
		Depth 16
		Modes "1024x768"
	EndSubSection
EndSection

In der Zeile DefaultDepth geben Sie die Farbtiefe an, mit welcher Sie den X-Server betreiben möchten. Im Beispiel sind dies 16 Bit. Den gleichen Wert müssen Sie ein paar Zeilen weiter unten in der Zeile Depth nochmals angeben. Sinnvolle Werte für die Farbtiefe sind:

  • 8 Bit (= 256 Farben) – insbesondere für ältere Grafikkarten mit wenig Speicher.
  • 16 Bit (= 65536 Farben) – ein guter und von mir empfohlener Wert, der von jeder nicht gerade steinzeitlichen Grafikkarte geliefert werden kann. Dies hängt aber auch von der Auflösung ab. Wenn Sie bei 1024 · 768 Pixeln eine Farbtiefe von 16 Bit verwenden wollen, muß die Grafikkarte mindestens 2 MB Speicher haben, wohingegen für 800 · 600 Pixel mit 16 Bit auch 1 MB Grafikspeicher ausreicht.
  • 24 Bit (= 32 Millionen Farben) – für Leute, die glauben, zwischen 16 und 24 Bit einen Unterschied zu erkennen (ich gehöre nicht dazu). Benötigt natürlich noch mehr Grafikspeicher.

Als Windows-Umsteiger haben Sie vielleicht schon mal so etwas wie eine »32 Bit Farbtiefe« verwendet. Keine Konsumer-Grafikkarte dieser Welt kann so viele Farben darstellen! Vielmehr handelt es sich bei dieser Angabe um eine Mogelpackung, tatsächlich werden nur 24 Bit Farbtiefe + 8 Bit für den Alpha-Kanal verwendet. Dementsprechend wird diese Farbtiefe unter X.org korrekt als »24 Bit« bezeichnet.

In der Zeile Modes schließlich geben Sie die Auflösung an, mit welcher Sie den Bildschirm betreiben möchten. Sie können hier nur Standard-VESA-Auflösungen angeben, also z. B. 640×480, 800×600, 1024×768 (wie im Beispiel) oder 1600×1200. Wenn Sie eine andere Auflösung wählen möchten, die nicht VESA-kompatibel ist, müssen Sie eine eigene Modeline erstellen. Damit können Sie sich später immer noch beschäftigen, für den Anfang sollte ein VESA-Modus genügen.

Abschließende Arbeiten

Xorg erwartet seine Konfigurationsdatei entweder in /etc/X11 oder in /usr/local/etc/X11, was mehr den FreeBSD-Gepflogenheiten entspricht. Dazu kopiert man das überarbeitete File in eines von beiden möglichen Verzeichnissen:

# cp /root/xorg.conf.new /etc/X11/xorg.conf

oder

# mkdir -p /usr/local/etc/X11
# cp /root/xorg.conf.new /usr/local/etc/X11/xorg.conf

Nun können wir den X-Server testen. Rufen Sie dazu als root einfach den Befehl

# X -retro

auf. Wenn alles geklappt hat, sollten Sie nun auf dem Monitor ein gerastertes Hintergrundbild sehen. Das ist sozusagen das »Testbild«. Stellen Sie Ihren Monitor so ein, dass er das Bild vollständig darstellt. Bei einem TFT-Bildschirm darf die Darstellung nicht flimmern, ggfs. müssen Sie die Phase anpassen. Vorzugsweise wählen Sie bei einem TFT-Bildschirm die automatische Justierung aus, dies erzeugt meist das beste Ergebnis. Nähere Informationen zur korrekten Einstellung Ihres Monitors entnehmen Sie bitte der Anleitung seines Herstellers.

In der Mitte sehen Sie auch ein »X«, das ist der Mauszeiger. Bewegen Sie die Maus ein wenig hin und her. Achten Sie darauf, dass der Mauszeiger Ihren Bewegungen korrekt folgt. Wenn dies der Fall ist, haben Sie X.org erfolgreich konfiguriert. Sie können den X-Server jetzt mit Strg+Alt+Backspace beenden. (Die Taste Backspace ist auch als »Rücklösch-Taste« bekannt, sie befindet sich direkt über der Eingabe-Taste.)

Grafikkarten von NVidia und ATi

Nur der Hersteller NVidia hat FreeBSD-Versionen seiner Treiber für Xorg im Programm und stellt diese kostenlos zum Download bereit.

  • Der Hersteller NVidia bietet auf der Seite Unix Drivers Portal Page die aktuellesten Treiber sowohl in einer 32-Bit-Version als auch in einer 64-Bit-Version an. Nach dem Download und dem Entpacken der Datei sollte man sich die README-Datei aufmerksam durchlesen und die Anweisungen genau befolgen.
  • Bei ATi sieht die Sache etwas anders aus. Für FreeBSD gibt es vom Hersteller keine Treiber. Dafür ist aber im Xorg-Paket ein ATi-Treiber (radeondrm) enthalten.

Xorg und Notebooks

Zunächst sei festzuhalten, dass sich eine Grafikkarte in einem Notebook nicht anders verhält wie eine Grafikkarte im Desktop-PC. Gleiches gilt für die Grafiktreiber. Es gibt aber auch zwei gravierende Unterschiede:

  • Die Stromspartechniken - besonders sei hier Suspend/Resume genannt - bereiten unter FreeBSD manchmal große Schwierigkeiten. Dies liegt meist daran, dass Hardware-Hersteller mit Informationen zur Treiberprogrammierung sehr zurückhaltend sind. In vielen Fällen hat es sich aber als nützlich erwiesen, den VESA-Treiber nicht zu laden. Dazu muss man einen Kernel ohne VESA-Unterstützung erstellen.
  • In manchen Notebooks sind zwei Grafikkarten eingebaut. Unter Windows lassen sie sich per Tastdruck umschalten. Das geht unter FreeBSD definitiv nicht. Man muss sich daher im BIOS des Rechners für eine Grafikkarte entscheiden!

KDE

Betrifft WM:
KDE

Wir haben jetzt also einen X-Server, der ein sich bewegendes »X« darstellen kann. Ein bißchen dürftig, um damit vernünftig arbeiten zu können. Wir brauchen jetzt noch ein paar Programme für unseren X-Server.

Empfehlenswert für den Umsteiger ist KDE, das K Desktop Environment. Es ist auf den FreeBSD-Release-CDs enthalten, die Installation also nicht sonderlich kompliziert. Wir gehen die Einrichtung Schritt für Schritt durch.

Alternativ finden Sie auch noch einige andere Desktop-Umgebungen auf der CD, z. B. GNOME, XFCE und WindowMaker. Wenn Sie eine andere Umgebung als KDE installieren möchten, können Sie dieses Kapitel überspringen. Sollten Sie sich für GNOME entscheiden, finden Sie dazu ab Seite 31 genauere Informationen.

KDE installieren

Auf der Installations-CD sind einige Software-Pakete enthalten. Natürlich nicht alle, die für FreeBSD verfügbar sind, diese würden bei weitem nicht auf eine einzige CD passen. Enthalten ist aber z. B. KDE, welches wir nun installieren möchten.

Später werden wir sehen, wie man Pakete schnell mittels pkg_add installiert. Damit können wir uns aber nur schlecht einen Überblick über die Pakete verschaffen, die auf der Installations-CD enthalten sind. Komfortabler ist es in diesem Fall, einen alten Bekannten rauszuholen: sysinstall. Sicher, um KDE zu installieren brauchen wir sysinstall nicht, wir wissen ja in diesem Falle schon, welches Paket wir haben wollen. Ich zeige an dieser Stelle aber absichtlich diesen Weg, damit Sie später wissen, wie Sie sich einen Überblick über die auf der Installations-CD gebotenen Pakete verschaffen können.

Legen Sie also nun Ihre Installations-CD ein und rufen Sie als root den Befehl

# /stand/sysinstall

auf. Wählen Sie den Menüpunkt »Configure«. Aus dem dann erscheinenden Bildschirm wählen Sie den Punkt »Packages«. Sie werden dann nach dem Medium gefragt, auf dem sich die Pakete befinden. Bestätigen Sie einfach die Auswahl »CD«.

Anschließend sehen Sie eine Übersicht der vorhandenen Kategorien. Jede Kategorie enthält wiederum eine unterschiedliche Anzahl von Software-Paketen, die thematisch zu dieser Kategorie passen. Bewegen Sie den Cursor soweit nach unten, bis die Kategorie »kde« markiert ist und drücken Sie Enter. Sie sehen nun den Inhalt dieser Kategorie. Bewegen Sie den Cursor auf das Paket »kde-lite-3.4.0« und drücken Sie die Leertaste. Automatisch werden auch alle anderen Pakete in der Kategorie »kde« ausgewählt, da diese alle zum Betrieb von KDE benötigt werden, sysinstall achtet also auf eventuelle Abhängigkeiten zu anderen Paketen.

Drücken Sie dann Enter, um wieder zur Kategorie-Übersicht zurückzukehren. Wenn Sie möchten, können Sie nun in den anderen Kategorien stöbern. Wenn Sie vorher bereits mit Unix oder Linux gearbeitet haben, werden Sie hier mit Sicherheit das eine oder andere Ihnen bekannte Programm wiederfinden. Sie können es dann ebenfalls wie oben beschrieben zur Installation auswählen. Erwarten Sie aber nicht zu viel, es haben nicht alle erdenklichen Pakete auf der CD Platz gefunden.

Wenn Sie genug gestöbert haben, kehren Sie wieder in die Kategorie-Übersicht zurück. Wählen Sie durch Drücken der Tabulator-Taste die Schaltfläche »Install« aus. In einer kurzen Übersicht werden Ihnen anschließend noch einmal die Pakete angezeigt, die Sie zur Installation ausgewählt haben. Bestätigen Sie dies wieder mit der Enter-Taste, um die Pakete tatsächlich zu installieren. Dieser Vorgang kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, bitte haben Sie Geduld.

Anschließend können Sie sysinstall wieder verlassen.

KDM starten

KDE enthält den KDM. Das ist ein grafischer Login-Manager. Er fragt Sie nach einem Benutzernamen und einem Paßwort und startet anschließend für diesen Benutzer die KDE-Oberfläche. Sie können den KDM beim Booten automatisch starten lassen. Sie machen den Rechner an, warten, bis der KDM automatisch erscheint, geben Ihren Benutzernamen und das Paßwort ein und nach kurzer Zeit ist Ihr KDE-Desktop bereit. Toll, nicht? Leider funktioniert das nicht von alleine. Sie müssen FreeBSD sagen, dass es den KDM beim Booten starten soll.

Öffnen Sie als root die Datei /etc/ttys in Ihren Editor. Suchen Sie die Zeile

ttyv8 "/usr/X11R6/bin/xdm -nodaemon" xterm off secure

oder

ttyv8 "/usr/local/bin/xdm -nodaemon" xterm off secure

je nach FreeBSD Version.

Ändern Sie die Zeile derart, dass sie wie folgt aussieht:

ttyv8 "/usr/local/bin/kdm -nodaemon" xterm on secure

Beenden Sie den Editor und speichern Sie die Datei ab. Führen Sie abschließend den Befehl

# kill -HUP 1

aus. Nach kurzer Zeit sollte sich der KDM auf Ihrem Bildschirm melden. Geben Sie Ihren Benutzernamen und das Kennwort ein und drücken Sie die Enter-Taste.

Aus Sicherheitsgründen ist es nicht möglich sich in KDM mit einem Konto mit leerem Passwort oder als root anzumelden.

Dann sollte Sie der KDE-Einrichtungs-Assistent begrüßen, der Ihnen beim ersten Einrichten von KDE hilft. Spielen Sie ein bißchen mit KDE rum. Wenn Sie genug haben, lesen Sie weiter.

Und wo ist mein Shell-Prompt?

Sicher fragen Sie sich jetzt, wo Sie die ganzen schönen Befehle, die ich Ihnen bisher gezeigt habe (und es folgen später noch viele weitere), eingeben können. Die Lösung: Öffnen Sie eine Terminal-Emulation. Klicken Sie dazu in der Leiste, die sich am unteren Bildschirmrand befindet, auf das Bildschirm-Symbol und es öffnet sich ein Terminal-Fenster. Sie können dann wie gewohnt Befehle ausführen. Schließen Sie das Fenster durch den Befehl

$ exit

oder indem Sie auf das Schließen-Symbol des Fensters klicken.

Wie werde ich jetzt root?

Da Sie nun als »normaler« Anwender ohne besondere Rechte angemeldet sind, werden Ihnen einige Aktionen, die root vorbehalten sind, verwehrt. Zur Administration des Rechners müssen Sie sich daher zuerst weitergehende Rechte verschaffen. Öffnen Sie dazu eine Terminal-Emulation, wie oben beschrieben, und verwenden Sie den Befehl

$ su -

Nach Eingabe des root-Paßworts sind Sie als eben dieser angemeldet und haben wieder volle Zugriffsrechte auf Ihren Rechner.

Nach Abschluß der Administrations-Arbeiten beenden Sie diese root-Anmeldung wie gewohnt mit dem Befehl

# exit

Danach erhalten Sie wieder ein Terminal zurück, in welchem Sie mit Ihren eingeschränkten Zugriffsrechten als Benutzer arbeiten können.

Unter FreeBSD können nur die Anwender su verwenden, die der Gruppe wheel zugeordnet sind. Dies ist der Fall, wenn Sie Ihren Benutzer so anlegen, wie dies in dieser Einleitung beschrieben wurde (siehe Kapitel 4.4). Wenn Sie später weitere Benutzer hinzufügen, sollten Sie auf die korrekte Gruppenzugehörigkeit achten, sofern der neue Benutzer auch su benutzen können soll.

Langsamer KDM-Start

Sollte bei Ihnen der KDM nur sehr langsam starten (also der grau gerasterte Hintergrund länger als 5 Sekunden angezeigt und durchgehend auf die Festplatte zugegriffen werden), können Sie den folgenden Befehl als root ausführen:

# fc-cache -lv

Damit werden alle Schriften auf dem System zwischengespeichert, was die Startzeit des KDM erheblich verkürzen sollte. Sie müssen den Befehl jedes Mal ausführen, wenn Sie neue Schriftarten auf dem System installieren.

Zugriff auf externe und optische Speichermedien

Um im KDE-Dateibrowser Konqueror auf optische oder externe Speichermedien wie USB-Sticks, MP3-Spieler und externe Festplatten zuzugreifen muss HAL (Hardware Abstraction Layer) benötigt.

Um HAL permanent zu aktivieren müssen als root folgende Befehle ausgeführt werden:

# echo 'dbus_enable="YES"\
> polkitd_enable="YES"\
> hald_enable="YES"' >> /etc/rc.conf
# /usr/local/etc/rc.d/hald start

Damit HAL einen Benutzer externe Geräte einbinden und ausbinden lässt, muss dieser Mitglied der Gruppe operator sein. Mit

# groups noob

werden die Gruppen in denen noob Mitglied ist angezeigt. Die Ausgabe könnte entwa so

noob wheel

aussehen. Führen Sie den Befehl für Ihren eigenen Benutzer aus um zu sehen ob Sie schon Mitglied der Gruppe operator sind. Falls das nicht der Fall ist können Sie das als root mit dem Befehl pw usermod ändern:

# pw usermod noob -G wheel,operator

Ersetzen Sie den Benutzernamen noob wie üblich mit Ihrem eigenen Benutzer.

Die erste Gruppe, die groups anzeigt ist die Hauptgruppe des Benutzers. Alle anderen Gruppen müssen bei dem pw usermod Befehl explizit mit angegeben werden. Dabei werden die Gruppennamen hinter dem Parameter -G in einer Komma-getrennten Liste angegeben. Die Liste darf keine Leerzeichen enthalten.

Jetzt, als Mitglied der Gruppe operator können Sie in KDE komfortabel externe Speichermedien ein- und ausbinden. Der Vorgang muss nicht wiederholt werden, auch nach einem Neustart bleiben die Änderungen erhalten.

GNOME 2

Betrifft WM:
Gnome

Kapitel beigetragen von juedan.

Neben KDE gibt es noch GNOME 2 als grafische Benutzeroberfläche. Es ist ebenfalls auf den FreeBSD-Release-CDs enthalten. Die Installation ist nicht schwer und wird Schritt für Schritt erklärt.

GNOME installieren

Auf der Installations-CD sind die wichtigsten GNOME-2-Pakete enthalten. Neben Spielen und einem guten Editor sind natürlich auch einige Systemtools enthalten. Mittels pkg_add können weitere Pakete, die auf der CD keinen Platz hatten, nachinstalliert werden.

Grundsätzlich kann GNOME 2 auch über das Internet installiert werden, aber angesichts der Größe des Systems dauert es sehr lange und ist für Modem-Besitzer keine Freude. Daher empfiehlt es sich, das komplette GNOME-Desktop-System mittels sysinstall von CD zu installieren.

Melden Sie sich als root-User am System an und tippen Sie am Prompt

# /stand/sysinstall

ein. Es erscheint die vertraute Benutzerführung. Wählen Sie dann den Menüpunkt Configure. Im nächsten Menü bitte den Punkt Desktop auswählen. In der letzten Auswahl bitte den Punkt GNOME 2 anwählen.

Nun wird das GNOME-Paket von CD installiert – was einige Zeit dauern kann. Wenn alles soweit erledigt ist, können Sie sysinstall wieder verlassen.

GDM starten

Um sich am System später einmal komfortabel anzumelden, wird ein grafisches Login-Tool verwendet: GDM (GNOME Display Manager). Dieses Programm fragt Sie nach Benutzernamen und Passwort. Nach erfolgreicher Prüfung wird der diesem Benutzer zugeordnete Desktop gestartet.

Um den GDM zu aktivieren muss ein Eintrag in die /etc/rc.conf gemacht werden, verwenden Sie dazu als root folgendes Kommando:

# echo 'gdm_enable="YES"' >> /etc/rc.conf

Jetzt kann GDM auch schon gestartet werden:

# /usr/local/etc/rc.d/gdm start

Beim nächsten Neustart wird gdm automatisch gestartet.

Wo ist mein Shell-Prompt?

Natürlich ist es unter GNOME-Desktop auch möglich, Befehle einzugeben. Das Programm GNOME-Terminal oder Terminal macht es möglich. Es verhält sich genauso wie der Shell-Prompt – es ist der Shell-Prompt nur eben in einem GNOME-Fenster!

Das Terminal ist im GNOME-Menü zu finden. Dieses Menü ist auf einem der Panels (Kopfzeile oder Fußzeile des Desktops) verankert. Im Menü Anwendungen→Systemwerkzeuge finden Sie auch das gesuchte Tool. Ein Klick auf den Menüpunkt Terminal öffnet besagtes Programm.

Zum Schließen klicken Sie entweder auf das in der Titelzeile des Fensters oben rechts zu sehende X oder tippen folgenden Befehl ein:

$ exit

Wie werde ich jetzt root?

Hier gilt das gleiche Vorgehen wie im Kapitel 8.4.

Standardanwendungen für GNOME 2

Anders als bei KDE müssen bei GNOME ein paar Anwendungen nachinstalliert werden, was aber nicht weiter problematisch ist; dazu zählen:

Sobald diese installiert sind, können diese und andere Applikationen über das Desktop-Menü Anwendungen aufgerufen werden:

Email-Programm Anwendungen→Büro→Evolution
Web-Browser Anwendungen→Internet→Webbrowser
Office Anwendungen→Büro→OpenOffice
Grafik Anwendungen→Grafik→GIMP
PDF Anwendungen→Grafik→PDF-Betrachter
Terminal Anwendungen→Systemwerkzeuge→Terminal
CD-Player Anwendungen→Multimedia→CD-Player
Archiv-Tool Anwendungen→Systemwerkzeuge→Archivmanager
PostScript-Dateien Anwendungen→Grafik→GGV-PostScript Betrachter

Zugriff auf externe und optische Speichermedien

Auch GNOME bietet Werkzeuge um auf externe und optische Speichermedien zuzugreifen. Um diese zu aktivieren muss ein Eintrag in der /etc/rc.conf vorgenommen werden. Dazu wird als root folgendes Kommand ausgeführt:

# echo 'gnome_enable="YES"' >> /etc/rc.conf

GNOME verwendet HAL (Hardware Abstraction Layer) um den Zugriff auf Speichermedien zu verwalten. Um HAL ohne Neustart zu aktivieren genügt folgender Befehl:

# /usr/local/etc/rc.d/hald start

Um die Speichermedien-Verwaltung tatsächlich zu verwenden muss der Benutzer noch Mitglied der Gruppe operator werden. Gehen Sie dazu wie im Kapitel 8.6 beschrieben vor.

Nach dem Eintragen von gnome_enable=„YES“ in der /etc/rc.conf wird der Eintrag gdm_enable=„YES“ nicht mehr benötigt um den GDM zu starten.

Netzwerk

Lesen Sie in diesem Abschnitt, wie Sie die Netzwerkkarte unter FreeBSD konfigurieren, um Zugriff auf Ihr Netzwerk zu erhalten. Außerdem erkläre ich kurz, wie Sie auf Ressourcen eines anderen Rechners zugreifen können. Ich beschreibe nur, wie ein Client eingerichtet wird. Wenn Sie den Rechner als Netzwerkserver verwenden wollen, müssen Sie in der entsprechenden Literatur nachlesen. Im FreeBSD Handbook werden verschiedene Netzwerkdienste ausführlich besprochen – nutzen Sie das Handbook!

Netzwerk konfigurieren

Zunächst müssen Sie herausfinden, von welchem Kernel-Modul Ihre Netzwerkkarte unterstützt wird. Sehen Sie dazu die Boot-Meldungen durch, die Sie mit dem Programm dmesg anzeigen lassen können. Versuchen Sie zunächst folgenden Befehl:

# dmesg | grep Ethernet

Das zeigt dann nur die Zeilen der Boot-Meldungen, die die Zeichenkette »Ethernet« enthalten. Die Ausgabe könnte wie folgt aussehen:

fxp0: <Intel Pro/100 Ethernet> port 0x2000-0x203f mem 0xf4904000-0xf4904fff irq 11 at device 8.0 on pci
fxp0: Ethernet address 00:21:0f:26:c1:02

Diese Netzwerkkarte wird also vom Treiber fxp unterstützt. Der Treiber numeriert alle Karten, für die er zuständig ist, durch. In diesem Falle ist nur eine fxp-Karte verbaut, sie hat die Nummer »0« erhalten. Merken Sie sich also in diesem Fall die Bezeichnung »fxp0«.

Wenn Sie eine recht günstige Karte haben, wird diese meist einen Realtek-Chipsatz besitzen. In diesem Falle wäre der Treiber rl zuständig, die erste Realtek-Netzwerkkarte besitzt dann den Namen »rl0«. Sehen Sie trotzdem immer die Boot-Meldungen durch, um den korrekten Namen der Netzwerkkarte zu ermitteln.

Werden Sie in den Boot-Meldungen nicht fündig, dann wird Ihre Netzwerkkarte vom Standard-Kernel nicht unterstützt. Konsultieren Sie das FreeBSD Handbook, um weitere Informationen zur dann nötigen Vorgehensweise zu erhalten.

Hostname und IP-Adresse festlegen

Die Konfiguration der Netzwerkkarte wird in der Datei /etc/rc.conf gespeichert. Sehen Sie sich folgendes Beispiel an:

# echo 'hostname="kiste.domain.tld" \
> ifconfig_fxp0="inet 192.168.0.1"' >> /etc/rc.conf

Bevor Sie diesen Befehl ausführen, sollten Sie ihn an Ihre Bedürfnisse anpassen. Hierbei sollen Ihnen die folgenden Erläuterungen helfen:

Mit hostname setzen Sie den voll qualifizierten Hostnamen des Rechners, in diesem Beispiel lautet er »kiste.domain.tld«.

Mittels ifconfig_fxp0 konfigurieren Sie die Netzwerkkarte fxp0. Diesen Namen müssen Sie, wie weiter oben beschrieben, vorher ermitteln. Hinter dem Schlüsselwort inet wird im Beispiel die IP-Adresse »192.168.0.1« festgelegt. Sie muß zum Rest Ihres Netzwerkes passen und darf nicht bereits von einem anderen Rechner des Netzwerks verwendet werden. Die Netzwerkmaske wird automatisch von FreeBSD ermittelt, Sie müßten diese nur angeben, wenn Sie eine »nicht-standardgemäße« Netzwerkmaske verwenden wollen. Mit »nicht-standardgemäß« meine ich alles außer den Masken /8, /16 und /24. Sie brauchen die Angabe also im Prinzip nur, wenn Sie genau wissen, was Sie damit bezwecken wollen – für »normale« Fälle ist die von FreeBSD ermittelte Netzwerkmaske genau die richtige.

Jetzt müssen Sie noch dafür sorgen, dass der Hostname des Rechners in seine IP-Adresse aufgelöst werden kann. Dies erledigen wir am einfachsten über die lokale /etc/hosts unseres Rechners:

# echo '192.168.0.1 kiste kiste.domain.tld' >> /etc/hosts

Standard-Route festlegen

Wenn Sie in Ihrem Netzwerk einen Router besitzen, über den Sie ins Internet gelangen können, führen Sie folgenden Befehl aus:

# echo 'defaultrouter="192.168.0.99"' >> /etc/rc.conf

192.168.0.99 ist im Beispiel die IP-Adresse des Routers, der standardmäßig für alle Anfragen, deren Ziel außerhalb des lokalen Netzes liegt, verwendet wird.

DNS-Server bekanntmachen

Wenn in Ihrem Netzwerk außerdem ein DNS-Server zur Namensauflösung bereitsteht, können Sie diesen ebenfalls verwenden:

# echo 'nameserver 192.168.0.99' >> /etc/resolv.conf

In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, dass der oben als Router angegebene Rechner auch als DNS-Server fungieren kann. Prüfen Sie bitte, ob auch Ihr Router das kann, bevor Sie ihn hier zur Namensauflösung angeben.

Nach der Netzwerkkonfiguration

Wenn Sie alle Netzwerkeinstellungen vorgenommen haben, können Sie den Rechner jetzt neu starten. Dies ist die einfachste Möglichkeit, um die getroffenen Einstellungen zu übernehmen.

Anschließend sollten Sie mit den anderen Rechnern Ihres Netzwerkes kommunizieren können. Wenn Sie einen Router und einen DNS-Server angegeben haben, sollten Sie darüber jetzt sogar schon im Internet surfen können. Unter KDE dient der Konqueror u. a. als Webbrowser.

Zugriff auf NFS-Shares

Dies unterscheidet sich nicht grundlegend von anderen Unix- oder Linux-Systemen. Da ich derlei Vorkenntnisse voraussetze, will ich darauf auch nur ganz kurz eingehen.

Legen Sie zunächst den Mountpoint an, ganz nach Ihrer Wahl, z. B.:

# mkdir -p /nfs/Musik

Nun mounten Sie das Share des NFS-Servers in das eben angelegte Verzeichnis:

# mount -t nfs datenserver:/usr/local/MP3 /nfs/Musik

Über das Verzeichnis /nfs/Musik können Sie jetzt auf das Verzeichnis /usr/local/MP3 des NFS-Servers datenserver zugreifen.

Unter FreeBSD kann grundsätzlich nur der Benutzer root den mount-Befehl verwenden. Das ist aus Sicherheitsgründen wünschenswert. Lesen Sie im FreeBSD Handbook, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit auch andere Benutzer Dateisysteme mounten können.

Sie können ein NFS-Dateisystem wie jedes andere wieder aushängen:

# umount /nfs/Musik

Ansonsten erfolgt auch beim Herunterfahren des Rechners automatisch ein umount.

Zugriff auf CIFS-Freigaben

Wenn Sie noch nie etwas von CIFS gehört haben: Das ist der neue Name für SMB. Technisch hat sich nichts getan, lediglich der Name wurde von Microsoft geändert. So heißt auch die Implementierung, die FreeBSD schon im Basissystem mitbringt, weiterhin smbfs.

Mehr als tausend Worte sagt das folgende Beispiel. Nehmen wir an, Sie möchten die Freigabe namens MUSIK auf dem Rechner WINDOSE über den Mountpoint /smb/MP3 verfügbar machen (der Mountpoint muß auch hier vorher ggf. mit mkdir angelegt werden!). Ihr Benutzername auf WINDOSE sei NOOB. Führen Sie (als root) den folgenden Befehl aus:

# mount -t smbfs //NOOB@WINDOSE/MUSIK /smb/MP3

Sie werden dann aufgefordert, das Paßwort von NOOB auf WINDOSE einzugeben. Auf die Freigabe kann anschließend über /smb/MP3 zugegriffen werden.

Sie können auch CIFS-Dateisysteme wie gewohnt mit umount wieder aushängen. Alternativ erfolgt dies auch hier automatisch beim Herunterfahren des Rechners.

Drucken auf einem anderen LPD-Host

Wenn Sie einen Drucker benutzen möchten, der an einem anderen Unix- oder Linux-Rechner (der Drucker-Host) angeschlossen ist, und auf dem anderen Rechner ein BSD LPD oder kompatibler Spooler verwendet wird, können Sie auf diesem wie folgt Ausdrucke fertigen. (Wenn Sie einen Drucker lokal angeschlossen haben, lesen Sie bitte Kapitel 11 über die Einrichtung lokaler Drucker.)

Zunächst müssen Sie eine lokale Warteschlange anlegen. Diese wird in der /etc/printcap definiert. Sie müssen angeben, an welchen Port welchen Rechners die Druckaufträge weiterverschickt werden sollen. Öffnen Sie die /etc/printcap daher mit einem Editor und fügen Sie die folgenden Zeilen ein:

lp|fs800|Kyocera FS-800:\
	:lp=:\
	:rm=druckerhost:\
	:rp=fs800:\
	:sd=/var/spool/lpd/fs800:

Die erste Zeile ist der Name der lokalen Warteschlage, über diese Namen (lp und fs800) kann der Drucker vom lokalen Rechner aus angesprochen werden (»Kyocera FS-800« ist mehr eine Beschreibung als ein Name für den Drucker). Diese können, müssen aber nicht den Namen der Warteschlange auf dem Drucker-Host entsprechen. Es ist jedoch meist übersichtlicher, die gleichen Namen zu verwenden. Wenn dies der einzige Drucker ist, auf den von diesem Rechner aus Zugriff besteht, sollte die Warteschlage auch den Namen lp erhalten (siehe Beispiel). Das ist dann der Standard-Drucker, soweit vom Benutzer kein anderer explizit gewählt wird.

Hinter rm wird dann der Name des Drucker-Hosts angegeben, hier: druckerhost.

Mittels rp teilen Sie dem LPD mit, wie die Warteschlange auf dem Drucker-Host heißt, in diesem Beispiel ist das fs800.

Schließlich wird hinter sd das Spool-Verzeichnis angegeben. Sie sollten für Drucker auf einem anderen Rechner grundsätzlich eigene Spool-Verzeichnisse anlegen. Wenn das Verzeichnis noch nicht existiert, holen Sie dies zuerst nach und setzen auch gleich die richtigen Zugriffsrechte darauf:

# mkdir -p /var/spool/lpd/fs800
# chmod 770 /var/spool/lpd/fs800
# chown daemon:daemon /var/spool/lpd/fs800

Führen Sie als root folgenden Befehl aus, um den LPD sofort zu starten:

# lpd

Mittels des folgenden Befehls wird er künftig auch bei jedem Bootvorgang gestartet:

# echo 'lpd_enable="YES"' >> /etc/rc.conf

Lokale Drucker einrichten

Im Basissystem von FreeBSD ist der LPD enthalten, mit dem Sie einen lokalen Drucker betreiben können. Wie Sie lediglich einen Drucker an einem anderen Rechner benutzen, wurde bereits in Kapitel 10.4 besprochen und Sie können diesen Abschnitt gegebenenfalls überspringen.

Druckerdatenbank vorbereiten

Der LPD verwendet eine Druckerdatenbank namens /etc/printcap. In ihr stehen alle verfügbaren Drucker und deren Eigenschaften. Öffnen Sie die Datei in einem Editor und fügen Sie die folgenden Zeilen hinzu:

lp|fs800|Kyocera FS-800:\
	:sh:\
	:sd=/var/spool/lpd:\
	:lf=/var/log/lpd:\
	:lp=/dev/lpt0:\
	:if=/etc/lpfilter:

In der ersten Zeile werden die Namen der Warteschlange festgelegt. Der Name lp ist der Standarddrucker und sollte daher irgendwo definiert werden. fs800 ist ein weiterer Name für die Warteschlange. Der letzte Name, Kyocera FS-800, ist eigentlich mehr eine Beschreibung als ein Name für den Drucker.

Mittels lp=/dev/lpt0 geben Sie an, dass der Drucker an der ersten parallelen Schnitt- stelle angeschlossen ist. Für den ersten USB-Drucker würden Sie hier statt dessen /dev/ulpt0 angeben.

Mittels if=/etc/lpfilter geben Sie an, dass ein Druckjob zuerst noch durch das angegebene Filterskript bearbeitet werden muß, bevor es zum Drucker geschickt werden kann. Wenn Sie einen PostScript-fähigen Drucker haben, brauchen Sie diese Zeile nicht.

Nicht PostScript-fähige Drucker

Anwendungen erzeugen ihre Druckjobs unter Unix üblicherweise als PostScript-Datei. Dies ist eine spezielle Programmiersprache, mit der eine Seite beschrieben werden kann. Hochwertige Drucker können PostScript meist direkt verarbeiten, der Druckjob kann also ohne Änderungen sofort an den Drucker gesendet werden. Günstigere Drucker verstehen jedoch häufig kein PostScript. Der Druckjob muß zuerst in etwas umgewandelt werden, das der Drucker versteht. Dazu verwenden wir ein Filterskript.

GhostScript installieren

Zunächst brauchen wir aber noch eine Anwendung, die in der Lage ist, PostScript-Code in die verschiedenen Druckersprachen zu übersetzen. Im Allgemeinen wird dazu GhostScript verwendet. Es ist auf der Install-CD enthalten. Diese Gelegenheit möchte ich auch gleich nutzen um zu zeigen, wie man ein Paket von der Install-CD mittels pkg_add installieren kann. Führen Sie dazu als root folgendes aus:

# mount /cdrom
# cd /cdrom/packages/All
# pkg_add ghostscript-gnu-nox11*

Nach dem Mounten der CD wechseln Sie in das Verzeichnis /cdrom/packages/All, in welchem sich alle Software-Pakete der CD befinden. Das ist wichtig, da pkg_add eventuell als Abhängigkeiten benötigte Pakete automatisch im aktuellen Verzeichnis sucht. Anschließend weisen Sie pkg_add an, das Paket, dessen Dateiname mit »ghostscript-gnu-nox11« beginnt, auf dem System zu installieren.

Vergessen Sie nicht, die CD zum Schluß wieder auszuhängen, sonst läßt sich die Laufwerkschublade nicht öffnen:

# cd
# umount /cdrom

Der cd-Befehl ist wichtig, mit ihm wechseln Sie zuerst in das Heimatverzeichnis zurück. Ein Datenträger ließe sich nicht aushängen, wenn sich noch ein Benutzer in einem Verzeichnis des Datenträgers »aufhält«.

Filterskript erstellen

Legen Sie jetzt das Filterskript /etc/lpfilter (oder der Name, den Sie in der printcap angegeben hatten) mit einem Editor an. Es kann wie folgt aussehen:

#! /bin/sh
/usr/local/bin/gs -q \
	-sDEVICE=ljet4 \
	-sPaperSize=a4 \
	-dNOPAUSE \
	-dBATCH \
	-sOutputFile=- \
	-

Hier wird also gs mit den zur Umwandlung benötigten Angaben aufgerufen. Sie müssen vermutlich nur das DEVICE ändern. Im Beispiel wird das Gerät ljet4, ein HP LaserJet 4 oder kompatibler Drucker, verwendet.

Wie finden Sie nun heraus, mit welchem Gerät Ihr Drucker angesprochen werden kann? Sehen Sie dazu auf der Webseite http://www.ghostscript.com/doc/printer.htm nach. Einige Drucker werden von mehreren Geräten unterstützt, eventuell mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Lesen Sie daher nach Möglichkeit bis zum Ende der Liste und entscheiden Sie sich ggf. für das am besten geeignete Gerät.

Vergessen Sie abschließend nicht, das Filterskript ausführbar zu machen:

# chmod a+x /etc/lpfilter

Den LPD starten

Führen Sie als root den Befehl

# lpd

aus, um den LPD sofort zu starten. Geben Sie dann als root

# echo 'lpd_enable="YES"' >> /etc/rc.conf

ein – damit wird der LPD künftig bei jedem Bootvorgang automatisch gestartet.

Sehr langsamer Drucker

Für den Fall, dass Sie sehr lange auf Ihre Ausdrucke warten müssen (5 Minuten und mehr für eine einzige Seite sind möglich!), wechseln Sie mit Strg+Alt+F1 auf die Systemkonsole und schauen Sie nach, ob Meldungen in der Art

Interrupt storm detected on irq7: lpt0; throttling interrupt source

angezeigt werden. In diesem Falle sollte folgender Befehl (als root ausgeführt) und ein anschließender Neustart des Rechners das Problem beheben:

# echo 'hw.intr_storm_threshold=20000' >> /etc/sysctl.conf

Mit dem Befehl:

# sysctl hw.intr_storm_threshold=20000

können Sie die Änderung auch ohne Neustart wirksam machen.

CUPS, die Alternative

Zum Ende des Themas möchte ich auch noch erwähnen, dass sich das »neue« Druckersystem für Unix, genannt CUPS, ebenfalls auf der Install-CD befindet. Es wurde automatisch mit KDE installiert.

Wenn Sie CUPS bevorzugen, können Sie es ebenso verwenden. Die Konfiguration werde ich jedoch aus Platzgründen hier nicht aufführen, sehen Sie dazu bitte in der CUPS-Dokumentation nach. Ein gutes Howto findet sich hier: http://web.archive.org/web/20070429205804/http://www.newbie-net.de/anleitung_freebsd_cups.html

Soundkarten einrichten

Informieren Sie sich zunächst, ob und von welchem Modul Ihre Soundkarte unterstützt wird. Sehen Sie sich hierzu auf der Webseite http://www.freebsd.org um. Sie finden dort in der rechten Spalte unter »Hardware Notes« Informationen über die von einem bestimmten Release unterstützte Hardware. Suchen Sie in den Hardware Notes in der Rubrik »Soundcards« nach Ihrem Modell.

Wenn Sie den Namen des Moduls kennen, müssen Sie FreeBSD sagen, dass es genau dieses Modul beim Booten laden soll. Dies können wir über die Datei /boot/loader.conf erledigen. Im folgenden zeige ich, wie Sie das für einige verbreitete Soundkarten bewerkstelligen können.

Creative SoundBlaster 128 PCI

Hierunter fallen auch Soundkarten, die zur SoundBlaster 128 kompatibel sind, z. B. die SoundBlaster 4.1 Digital. Führen Sie als root folgenden Befehl aus:

# echo 'sound_load="YES" \
> snd_es137x_load="YES"' >> /boot/loader.conf

Creative SoundBlaster 5.1 Live! und Audigy

Hierzu wird das Modul emu10k1 benötigt. Geben Sie als root folgenden Befehl ein:

# echo 'sound_load="YES" \
> snd_emu10k1_load="YES"' >> /boot/loader.conf

Intel onboard-Soundkarten

Die auf vielen neueren Intel-Mainboards verwendete onboard-Soundkarte reicht Ihnen aus? Dann können Sie diese mit dem ich-Modul verwenden. Führen Sie als root folgendes aus:

# echo 'sound_load="YES" \
> snd_ich_load="YES"' >> /boot/loader.conf

VIA onboard-Soundkarten

So gut wie alle neueren Mainboards mit dem VIA-Chipsatz besitzen ebenfalls eine onboard-Soundkarte. Diese wird üblicherweise vom Modul via8233 unterstützt. Geben Sie dazu als root folgenden Befehl ein:

# echo 'sound_load="YES" \
> snd_via8233_load="YES"' >> /boot/loader.conf

Laden der Soundmodule

Sie könnten die Soundmodule auch im laufenden Betrieb mit kldload laden. Hier als Beispiel für das ich-Modul einer Intel onboard-Soundkarte:

# kldload snd_ich.ko

Einfacher ist es aber, wenn Sie den Rechner jetzt neustarten und die Module daraufhin beim Booten automatisch geladen werden.

unbekannte Soundkarten

Ist die Soundkarte oder zumindest der benötigte Treiber nicht bekannt, gibt es eine Möglichkeit einfach alle Treiber zu laden und nachzusehen welcher Treiber die Soundkarte entdeckt.

# kldload snd_driver

Danach kann mit folgendem Befehl ermittelt wurden ob und von welchen Treiber die Soundkarte erkannt wurde:

# cat /dev/sndstat
FreeBSD Audio Driver (newpcm: 32bit 2007061600/i386)
Installed devices:
pcm0: <Intel ICH4 (82801DB)> at io 0xc0000c00, 0xc0000800 irq 11 bufsz 16384 kld snd_ich [MPSAFE] (1p:1v/1r:1v channels duplex default)

Welches Modul die Soundkarte entdeckt hat steht in der letzten Zeile hinter dem Stickwort kld. Die Zeile ist so lang, dass sie normalerweise in 2 Zeilen umgebrochen wird. Alternativ kann auch folgender Befehl verwendet werden, der die Sucharbeit spart.

# grep -o 'snd_[^ ]*' /dev/sndstat
snd_ich

Es wurde also das Modul snd_ich fündig entsprechend würde der Befehl um die Soundkarte permanent einzurichten folgendermaßen lauten:

# echo 'sound_load="YES" \
> snd_ich_load="YES"' >> /boot/loader.conf

Internet-Zugang

Als letzte »Hardware-Hürde« steht nun noch die Einrichtung des Internet-Zugangs aus. Wenn Sie über einen Router ins Internet gelangen, sollte dieses Thema bereits mit der Einrichtung des Netzwerks (weiter oben in diesem Dokument) erledigt sein. Wenn Sie das Modem (analog bzw. DSL) oder die ISDN-Karte jedoch direkt an Ihrem Rechner angeschlossen haben, müssen Sie erst dieses Kapitel durcharbeiten.

Zum Aufbau einer Internet-Verbindung verwende ich den Userland-PPP. Es gibt auch noch eine Kernel-Implementierung, sie soll uns aber nicht weiter interessieren. Die vorgestellten Konfigurationsdateien unterscheiden sich je nach dem, mit welchem Gerät (analoges Modem, ISDN-Karte oder DSL-Modem) die Internet-Verbindung aufgebaut wird.

Die Konfiguration wird in der Datei /etc/ppp/ppp.conf gespeichert. Diese enthält standardmäßig Beispiel-Einträge. Sie können die Datei mit dem folgenden Befehl (als root ausgeführt) daher zuerst einmal leeren:

# echo '' > /etc/ppp/ppp.conf

Dann öffnen Sie diese leere Datei, indem Sie als root Ihren Editor wie folgt aufrufen:

# ee /etc/ppp/ppp.conf

Im Beispiel würde eine leere ppp.conf im Easy Editor geöffnet. Fügen Sie dann die entsprechende Konfiguration, wie nachfolgend gezeigt, ein.

Zugangsdaten von T-Online

In den nachfolgend vorgestellten Konfigurationsdateien müssen Sie u. a. einen Benutzernamen angeben. Bei T-Online ist die Zusammensetzung dieses Benutzernamens etwas komplizierter, daher möchte ich dies vorab erläutern.

Der Aufbau des Benutzernamens gestaltet sich wie folgt:

111111111112222222222220001@t-online.de
111111111111 Die zwölfstellige Anschlußkennung.
222222222222 Die ebenfalls (meist) zwölfstellige T-Online-Nummer. Ältere Verträge haben eventuell Nummern mit weniger als zwölf Stellen. In einem solchen Falle müssen Sie der T-Online-Nummer noch eine Raute # anhängen.
0001 Die Mitbenutzer-Nummer. Diese ist in den allermeisten Fällen die »0001«.

Alle diese Angaben finden Sie in dem Faltblatt, das Ihrem T-Online-Vertrag beilag. Und zum Schluß wird dann noch der String @t-online.de angehängt.

Analoge Modems

Die ppp.conf für den Zugang mit einem analogen Modem gestaltet sich wie folgt:

Einige Zeilen beginnen mit Leerzeichen – dies ist wichtig und muß genau so übernommen werden!

default:
 set log Phase Chat LCP IPCP CCP tun command
 ident user-ppp VERSION (built COMPILATIONDATE)
 set device /dev/cuaa0
 set timeout 300
 set speed 115200
 set dial "ABORT BUSY ABORT NO\\sCARRIER TIMEOUT 5 \
	\"\" AT OK-AT-OK ATE1Q0 OK \\dATDT\\T TIMEOUT 40 CONNECT"
 enable dns

Arcor:
 set phone "0192075"
 set authname arcor-ibc
 set authkey internet
 set login
 set timeout 0
 set ifaddr 10.0.0.1/0 10.0.0.2/0 255.255.255.255
 add default HISADDR

Zur Konfiguration folgende Erläuterungen:

Mit set device geben Sie die Schnittstelle an, über welche das Modem zu erreichen ist.

/dev/cuaa0 bezeichnet unter FreeBSD die erste serielle Schnittstelle.

set timeout bestimmt die Wartezeit in Sekunden (im Beispiel also 5 Minuten), nach der die Leitung getrennt wird, wenn keine Daten darüber geschickt werden.

set speed bestimmt die Übertragungsgeschwindigkeit der seriellen Schnittstelle, moderne Modems sollten mit dem Wert von 115200 Baud keine Probleme haben.

set dial enthält die AT-Codes, die das Modem zum Wählen ausführen soll. Dieses Beispiel ist nur für Modems geeignet, die nicht an einer Nebenstelle betrieben werden. Dieser Fall wird nämlich im nächsten Abschnitt erläutert.

enable dns schreibt die DNS-Server, die Ihr Provider beim Verbindungsaufbau übermitteln sollte, automatisch in die Datei /etc/resolv.conf, so dass Sie sich um die Namensauflösung nicht mehr weiter kümmern müssen.

Anschließend erstellen wir einen neuen Abschnitt namens Arcor – Sie können den Abschnitt nennen wie Sie wollen, Sie können sogar mehrere Abschnitte anlegen. Wählen Sie als Namen des Abschnitts etwas, das Sie sich behalten können.

set phone gibt die Telefonnummer an, die das Modem wählen soll. Im Falle des zum Beispiel herangezogenen Arcor Internet-By-Call-Tarifs ist das die 0192075.

authname ist der Benutzername, den Ihr Provider vorgegeben hat. Beim Arcor-Zugang im Beispiel lautet er immer »arcor-ibc«.

Schließlich müssen Sie hinter authname das Passwort im Klartext angegeben. Die Datei ppp.conf ist aus diesem Grunde standardmäßig auch nur für root lesbar.

Nach Durchführen der Änderungen speichern Sie die Datei ab.

Analog-Modem an Nebenstelle

Wenn Ihr Modem an einer Nebenstelle angeschlossen ist, müssen Sie meist zuerst durch Wählen einer 0 eine Amtsleitung anfordern. Damit der PPP dies tut, müssen Sie den AT-String in der Zeile set dial um zwei Zeichen ergänzen:

 set dial "ABORT BUSY ABORT NO\\sCARRIER TIMEOUT 5 \
	\"\" AT OK-AT-OK ATE1Q0 OK \\dATDT0W\\T TIMEOUT 40 CONNECT"

Damit wird PPP angewiesen, zunächst eine 0 zu wählen und anschließend auf das Freizeichen zu warten. Erst dann wird die eigentliche Nummer gewählt.

ISDN

Obgleich FreeBSD die benötigten Programme zum Aufbau einer ISDN-Verbindung bereits im Basissystem mitbringt, ist die Konfiguration doch eher ein Thema für fortgeschrittene Anwender. Ein ausführliches Howto, das die nötigen Schritte beschreibt, findet man unter http://www.bsdforen.de/showthread.php?t=3467 oder auch im FreeBSD Handbook. Ich verweise insoweit auf diese Dokumente, da es den Rahmen dieser Einführung sprengen würde.

DSL

Die Konfiguration von DSL ist unter FreeBSD wesentlich einfacher als die der anderen beiden Zugangstechniken. Sie sieht einfach wie folgt aus:

Auch hier der Hinweis, dass die Leerzeichen zu Beginn einiger Zeilen unbedingt erforderlich sind.

default:
 set device PPPoE:fxp1
 set MTU 1492
 set MRU 1492
 set dial
 set timeout 300
 set crtscts off
 set speed sync
 accept lqr
 disable deflate
 disable pred1
 disable vjcomp
 disable acfcomp
 disable protocomp
 disable iface-alias
 enable dns
 set log phase
 set ifaddr 10.0.0.1/0 10.0.0.2/0 0.0.0.0 0.0.0.0
 add default HISADDR

T-Online:
 set login
 set authname 1111111111112222222222220001@t-online.de
 set authkey 55685422

Die Erläuterung im Einzelnen:

set device gibt die Netzwerkkarte an, über die das DSL-Modem angeschlossen ist. Im Beispiel ist das die zweite Intel-Netzwerkkarte namens fxp1 (die erste Intel-Karte, fxp0, ist in diesem Beispiel an das interne Netzwerk angeschlossen). Ermitteln Sie den Namen ggfs. wieder über die Bootmeldungen, die Sie mit dmesg anzeigen lassen.

set timeout bestimmt die Wartezeit in Sekunden (im Beispiel also 5 Minuten), nach der die Leitung getrennt wird, wenn keine Daten darüber laufen.

enable dns schreibt die DNS-Server, die Ihr Provider beim Verbindungsaufbau übermitteln sollte, automatisch in die Datei /etc/resolv.conf, so dass Sie sich um die Namensauflösung nicht mehr weiter kümmern müssen.

Anschließend erstellen wir einen neuen Abschnitt namens T-Online – Sie können den Abschnitt nennen wie Sie wollen, Sie können sogar mehrere Abschnitte anlegen. Wählen Sie als Namen des Abschnitts etwas, das Sie sich behalten können.

authname ist der Benutzername, den Ihr Provider vorgegeben hat. Beim T-Online-Zugang ist er etwas komplizierter zu ermitteln, aber das sollte mit den Informationen in Kapitel 13.1 kein Problem mehr sein.

Schließlich müssen Sie hinter authname das Passwort im Klartext angegeben. Die Datei ppp.conf ist aus diesem Grunde standardmäßig auch nur für root lesbar.

Auch hier dürfen Sie das Abspeichern der Datei natürlich nicht vergessen.

Starten des PPP-Daemons

Nun müssen wir den PPP noch starten, damit er eine Internet-Verbindung aufbaut. Je nach dem, welchen Tarif Sie nutzen, sind hauptsächlich zwei Möglichkeiten für Sie interessant.

Automatisches Starten

Wenn Sie eine Flatrate oder einen Volumentarif haben, möchten Sie PPP vermutlich automatisch beim Systemstart ausführen lassen. Sobald das erste Programm eine Anfrage ins Internet stellt, wird die Verbindung aufgebaut. Führen Sie dazu als root folgenden Befehl aus:

# echo 'ppp_enable="YES" \
> ppp_mode="auto" \
> ppp_profile="T-Online"' >> /etc/rc.conf

Geben Sie in der letzten Zeile den Namen des Profils an. In meiner beispielhaften Konfiguration für den DSL-Zugang hatte ich das Profil »T-Online« genannt, genau dieses soll hier vom PPP auch verwendet werden.

Der Abbau erfolgt dann entweder durch den eingestellten Timeout oder durch herunterfahren des Rechners. Wenn Sie die Internet-Verbindung einmal von Hand trennen möchten, führen Sie als root den Befehl

# killall -HUP ppp

aus – damit wird der PPP beendet, die Internet-Verbindung abgebaut.

Manuelles Starten

Wenn Sie einen zeitbasierten Tarif haben, möchten Sie möglicherweise selbst genau kontrollieren, wann eine Internet-Verbindung auf- und abgebaut wird. Sie können dann den PPP durch Eingabe des Befehls

# ppp -auto Arcor

als root starten (»Arcor« ist auch hier wieder der Name des zu verwendenden Profils). Sie trennen die Leitung dann, indem Sie den Befehl

# killall -HUP ppp

ausführen.

Komfortabler PPP-Start in KDE

Abschnitt beigetragen von p.h.

Der bisher gezeigte Weg, den PPP manuell zu starten, ist auf die Dauer etwas umständlich. Daher habe ich einen kleinen Dialog für KDE gebastelt, der die Ein- und Auswahl vereinfacht.

Laden Sie jetzt (als Benutzer, nicht als root) diesen Dialog InternetEinwahl.kmdr von http://www.bsdforen.de/showthread.php?t=5900 herunter. Verschieben Sie dann (als root) das Skript irgendwo hin, ich gehe im folgenden davon aus, dass es sich unter /usr/local/bin/InternetEinwahl.kmdr befindet.

Legen Sie als root einen neuen Eintrag für das K-Menü an, indem Sie mit einem Editor die Datei /usr/local/share/applnk/Internet/Einwahl.desktop mit folgendem Inhalt anlegen:

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Type=Application
Name=Internet-Verbindung aufbauen
Exec=kmdr-executor /usr/local/bin/InternetEinwahl.kmdr
Icon=cache
Terminal=0

Eventuell müssen Sie sich einmal aus KDE abmelden und erneut anmelden, damit dieser Menüpunkt K-Menü→Internet→Internet-Verbindung aufbauen erscheint.

Es handelt sich bei dem Dialog um ein KMDR-Skript (ich war mal so faul), welches den Quanta-Editor benötigt. Installieren Sie ihn (als root) mittels:

# pkg_add -r kdewebdev

oder

# cd /usr/ports/www/kdewebdev && make install

Da die Programmdateien aus dem Internet heruntergeladen werden, müssen Sie also vor dem Ausführen beider Befehle bereits online sein. Näheres zum Installieren von Software finden Sie später im Kapitel 14, daher wird dies hier etwas kurz gehalten.

Jetzt erlauben Sie allen Benutzern, mit dem PPP zu wählen, indem Sie als root die Datei /etc/ppp/ppp.conf in Ihrem Editor öffnen und die Zeile allow users einfügen:

An die Leerzeichen zu Beginn der Zeile denken, die sind wichtig!

default:
  allow users *
  set log Phase Chat LCP IPCP CCP tun command
[...]

Trotzdem können nur die Benutzer den PPP benutzen, die der Gruppe network zugeordnet sind. Öffnen Sie daher als root die Datei /etc/group in Ihrem Editor und fügen Sie der Gruppe network die Benutzernamen der Anwender hinzu, denen das Wählen erlaubt werden soll. Im folgenden Beispiel wird dies den Benutzern noob und foobar gestattet:

network:*:69:noob,foobar

Voreingestellt als Verbindungsprofil ist das in dieser Einleitung zur Modem-Einwahl als Beispiel herangezogene »Arcor«. Wenn im Dialog standardmäßig ein anderes Profil voreingestellt sein soll, führen Sie als der Benutzer, der den Dialog heruntergeladen hatte, den Befehl

$ kmdr-editor /usr/local/bin/InternetEinwahl.kmdr

aus. Jetzt wird der Dialog im KMDR-Editor angezeigt. Doppelklicken Sie auf das Feld, das die Zeichenfolge »Arcor« enthält, woraufhin Sie einen neuen Standard-Text für dieses Feld eingeben können. Speichern Sie den geänderten Dialog dann ab.

Jetzt können Sie den Dialog ausführen: Klicken Sie auf K-Menü→Internet→Internet-Verbindung aufbauen (Sie können diesen Menüpunkt auch auf Ihren Desktop ziehen), stellen Sie sicher, dass das korrekte Profil angegeben ist, und klicken Sie auf den Knopf »Verbindung aufbauen«. Die Einwahl sollte nun beginnen, der Knopf wird automatisch deaktiviert. Er aktiviert sich erst wieder, wenn Sie die Verbindung über den Knopf »Verbindung abbauen« trennen oder den Dialog erneut starten.

Software verwalten

Wenn Sie die vorherigen Kapitel durchgearbeitet haben, sollten Sie jetzt einen laufenden FreeBSD-Desktop besitzen. Einige Anwendungen sind auch schon installiert, hauptsächlich allerdings solche, die mit KDE bzw. GNOME ausgeliefert werden. Daneben können Sie unter FreeBSD aber natürlich noch viele weitere Anwendungen installieren und nutzen. Im folgenden zeige ich verschiedene Wege, die man dazu beschreiten kann.

Packages von der Release-CD

Beide Punkte wurden in vorhergehenden Kapiteln schon ausführlich beschrieben. Hier der Vollständigkeit halber noch einmal eine kurze Auffrischung.

Durchsuchen mit /stand/sysinstall

Legen Sie die Install-CD ein, starten Sie /stand/sysinstall, wählen Sie nacheinander die Menüpunkte »Configure« und »Packages«. Sie sehen nun die verschiedenen Kategorien, aus denen Sie Software-Pakete zur Installation auswählen können. Genaueres wurde im Kapitel 8.1 erläutert.

Schnelles Installieren mit pkg_add

Sie können die Software-Pakete auch mit pkg_add einspielen, wie wir das bereits im Kapitel 11.2.1 genauer betrachtet haben. Das ist von Vorteil, wenn Sie bereits den Namen des zu installierenden Pakets kennen. Legen Sie dazu die Install-CD ein und führen Sie folgendes aus:

# mount /cdrom
# cd /cdrom/packages/All
# pkg_add emacs*
# cd
# umount /cdrom

Dies würde das Package, dessen Name mit emacs beginnt, installieren. Hinter diesem Paket verbirgt sich der Editor GNU Emacs, eine Alternative zum im Basissystem enthaltenen vi. Auch unter FreeBSD soll schließlich jeder den Editor verwenden können, den er bisher unter Unix/Linux eingesetzt hat. Das abschließende Aushängen der CD dürfen Sie natürlich auch nicht vergessen.

Wenn Sie weitere Pakete unter einem anderen Pfadnamen gespeichert haben, die eventuell als Abhängigkeiten benötigt werden könnten (beispielsweise anderweitig heruntergeladene Pakete), können Sie pkg_add dies über die Umgebungsvariable $PKG_PATH mitteilen:

# setenv PKG_PATH "/tmp/Pakete:/usr/ports/packages"	(in der csh, tcsh)
# export PKG_PATH="/tmp/Pakete:/usr/ports/packages"	(in der bash, zsh usw.)

Benötigt ein zu installierendes Paket ein anderes Paket, würde also nicht nur im aktuellen Verzeichnis danach gesucht, sondern auch in den Verzeichnissen /tmp/Pakete und /usr/ports/packages.

Packages aus dem Internet beziehen

Das Software-Angebot auf den CDs ist natürlich aus Platzgründen eher beschränkt. Sie können jedoch auch Pakete aus dem Internet herunterladen und mit pkg_add installieren.

Zum Release zugehörige Packages

Dies sind Packages, die zum Zeitpunkt der Erstellung eines Releases erzeugt wurden. Dadurch ist sichergestellt, dass sie optimal mit diesem Release funktionieren sollten. Leider ist auch auf dem FTP-Server von FreeBSD der Platz nicht unendlich – Pakete für ein bestimmtes Release werden meist nach ein bis zwei Jahren wieder vom Server genommen.

Wenn Sie beispielsweise das Multimedia-Programm XMMS als Paket installieren möchten, werden Sie es auf der Install-CD nicht finden. Geben Sie dann als root

# pkg_add -r xmms

ein – mit dem Schalter -r weisen Sie pkg_add an, das Paket vom FreeBSD-Server herunterzuladen und anschließend zu installieren. Sollte XMMS weitere Pakete benötigen, die Sie noch nicht installiert haben, werden diese ebenfalls automatisch aus dem Internet gezogen und eingespielt.

Auch bei dieser Vorgehensweise können Sie die Variable $PKG_PATH setzen, der Zweck wurde im Kapitel 14.1.2 beschrieben.

Aktuelle Packages

Da die zum Release zugehörigen Pakete auf einem bestimmten Versions-Stand stehen bleiben (der Stand zum Zeitpunkt des Releases), sind diese nach einiger Zeit natürlich veraltet. Wenn Sie unbedingt eine neuere Version haben möchten, können Sie immer aktuelle Pakete von der Adresse ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/packages herunterladen. Sie finden dort beispielsweise im Unterverzeichnis multimedia ein Paket namens xmms-1.2.10.tbz (die Versionsnummer kann sich natürlich im Laufe der Zeit ändern). Laden Sie diese Datei mittels

# pftp ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/packages/multimedia/xmms-1.2.10.tbz

herunter. Die Installation erfolgt anschließend wie gewohnt durch Eingabe von

# pkg_add xmms-1.2.10.tbz

Wenn XMMS noch ein anderes Paket benötigt, das Sie zur Zeit nicht installiert haben, müssen Sie dieses separat herunterladen und zuerst installieren. Daneben sind Pakete auch unflexibel, da immer genau die Version eines abhängigen Pakets installiert sein muß, die beim Erstellen angegeben wurde. Eventuell installierte ältere Versionen werden nicht akzeptiert. Dies ist nervig.

Wenn Sie wissen, was Sie tun, können Sie pkg_add mit dem Schalter -f aufrufen. Dann werden zwar Warnungen ausgegeben, das Paket aber auf jeden Fall installiert. Es kann hinterher funktionieren – oder auch nicht. Das ist ein Nachteil der Packages. Verwenden Sie die vorgestellte Methode nur in Ausnahmefällen oder wenn Sie eine als funktionierend bekannte Installationsanleitung für ein bestimmtes Paket finden (das trifft z. B. auf OpenOffice oder KDE zu).

Meist erhält man mit dem Portssystem aber bessere Ergebnisse, wir schauen uns das daher gleich an.

Das Portssystem

Etwas umfangreicher will ich das Portssystem, eine Spezialität der freien BSD-Systeme, erläutern. Wenn Sie vorher mit Gentoo Linux gearbeitet haben, wird Ihnen dies bekannt vorkommen, da die dortigen »Portages« auf dem Portssystem basieren.

Das Portssystem stellt einen Mechanismus dar, mit dem Sie eine Software (im folgenden »Port« genannt) aus dem Quelltext kompilieren, installieren und auch wieder komplett deinstallieren können. Hierzu werden die Quelltexte eines Ports automatisch heruntergeladen, für FreeBSD benötigte Patches angewandt, der Quelltext übersetzt, die übersetzten Dateien in das System installiert und der Port beim Paketsystem registriert. Benötigt ein Port einen anderen Port, der bisher nicht installiert ist, so werden alle Schritte auch für den benötigten Port durchgeführt.

Dadurch, dass jede zu einem Port zugehörige Datei bei der Installation registriert wird, kann der Port später wieder restlos entfernt werden.

Zurechtfinden im Portssystem

Unter /usr/ports befindet sich eine schier unüberschaubare Verzeichnishierarchie. Zunächst befinden sich für verschiedene Kategorien (z. B. Editoren, Multimedia-Anwendungen oder Spiele) jeweils eigene Unterverzeichnisse in /usr/ports. In jedem dieser Unterverzeichnisse befindet sich wiederum für jeden Port, der zu dieser Kategorie gehört, ein weiteres Unterverzeichnis. Dieses Unterverzeichnis schließlich enthält einige Dateien, u. a. das Makefile und die Datei pkg-descr, die eine ausführliche Information zu diesem Port enthält.

Sehen Sie z. B. einmal in das Verzeichnis /usr/ports/audio. Sie finden dort Ports, die in irgendeiner Form Audiodaten verarbeiten. Im Unterverzeichnis /usr/ports/audio/audacity befindet sich beispielsweise der Port Audacity, ein Programm zum Bearbeiten von Audiodateien. In der Datei /usr/ports/audio/audacity/pkg-descr finden Sie dann eine ausführlichere Beschreibung sowie den URL zur Webseite des Projekts und die E-Mail-Adresse des Autors.

Sie können die Ports-Sammlung auch durchsuchen – führen Sie dazu im Verzeichnis /usr/ports den Befehl

# make search name=audacity

aus. Hiermit suchen Sie nach allen Ports, die im Namen »audacity« enthalten. Ausgegeben wird auch das Verzeichnis, in dem sich der Port befindet, eine kurze, einzeilige Information sowie eine Liste der Ports, die zum Kompilieren (»B-Deps«) sowie zum Ausführen (»R-Deps«) benötigt werden. Diese würden also, wenn Sie den Port übersetzen, ebenfalls installiert, soweit sie nicht bereits auf dem System vorhanden sind.

Nun wissen Sie also, wie Sie einen Port finden, wenn Sie seinen Namen kennen. Sie können aber auch einen allgemeineren Suchbegriff verwenden, wenn Sie nicht wissen, wie der Name des Ports lautet. Führen Sie dazu in /usr/ports den Befehl

# make search key="mp3 editor"

aus (die Anführungszeichen brauchen Sie nur, wenn der Suchbegriff Leer- oder andere Sonderzeichen enthält). Hiermit werden solche Ports gefunden, die in ihrem Namen, dem Pfad zum Verzeichnis des Ports oder in seiner Beschreibung die Zeichenkette »mp3 editor« enthalten. Als Ergebnis erhalten Sie eine Liste der Programme, mit denen Sie MP3-Dateien bearbeiten können. Dies findet allerdings nicht das Programm Audacity, da es in seiner Beschreibung nicht die Zeichenkette »mp3 editor« enthält. Eventuell müssen Sie hier also mit den Suchbegriffen etwas experimentieren, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen.

Es kann also auch hilfreich sein, einfach einmal eine Kategorie, für die man sich interessiert, komplett zu durchstöbern. Sehr komfortabel geht das über die Website http://www.freshports.org/categories.php, die zu jedem Port den Namen, eine kurze Beschreibung und von diesem Port benötigte andere Ports anzeigt.

Einen Port installieren

Als Beispiel für die Installation eines Ports möchte ich XMMS heranziehen. Dieses Programm spielt die gebräuchlichsten Audioformate (Wave, Audio-CDs, MP3, OggVorbis, MOD) ab. Es kann durch Plugins, die sich ebenfalls im Portssystem finden, um das Abspielen neuer Formate und anderer, nur erdenklichen Funktionen erweitert werden. Visualisierungs-Plugins stellen Audioströme grafisch dar, die Oberfläche kann durch Skins angepaßt werden – kurz: ein großartiges Spielzeug.

Wenn Sie unter /usr/ports mit

# make search name=xmms

auf die Suche gehen, werden Sie mit Suchergebnissen erschlagen, da auch alle möglichen XMMS-Plugins aufgelistet werden. Für einen schnellen Überblick können Sie daher auch

# whereis -as xmms

verwenden – dies liefert Ihnen als Ausgabe beispielsweise:

xmms: /usr/ports/chinese/xmms /usr/ports/multimedia/xmms /usr/ports/russian/xmms

Hier sind also auch chinesisch- und russischsprachige Versionen im Angebot. Wir beschränken uns auf die Version /usr/ports/multimedia/xmms, die in verschiedene Sprachen mit lateinischem Alphabet (u. a. Englisch, Deutsch, Afrikaans, Galizisch usw.) übersetzt ist.

Wechseln Sie also nach /usr/ports/multimedia/xmms und führen Sie als root den Befehl

# make install

aus. Dies lädt den Quellcode herunter, patcht ihn (wenn nötig), kompiliert ihn, installiert die kompilierten Dateien und registriert sie beim Paketverwaltungssystem. Das ist also der »Rundum-sorglos-Befehl«, der verschiedene make-Läufe impliziert und für Sie automatisch ausführt. Im folgenden dennoch die wichtigsten make-Läufe im Überblick. Sie können diese selbst eingeben, um die verschiedenen Schritte einer Installation genau zu kontrollieren und ggf. einzugreifen (wenn Sie wissen, was Sie tun, und sich mit dem Kompilieren von Software auskennen).

make fetch Lädt nur den Quellcode herunter, üblicherweise ein gzip-komprimiertes tar-Archiv, das in /usr/ports/distfiles abgelegt wird.
make extract Entpackt den Quellcode. Dazu hat jeder Port in seinem Verzeichnis das Unterverzeichnis work, in welchem die entpackten Quellen abgelegt werden.
make patch Wendet die Patches, die für die Ausführung unter FreeBSD notwendig sind, auf den entpackten Quellcode an.
make build oder einfach nur make Übersetzt den Quellcode und erzeugt ausführbare Dateien. Dies wird ebenfalls alles im bereits erwähnten Verzeichnis work durchgeführt.
make install Kopiert die übersetzen Dateien aus work in das System und registriert diese beim Paketverwaltungssystem.
make package Erstellt aus dem Port ein binäres Paket als .tbz, wie sie z. B. auf der Install-CD zu finden sind. Sie können dieses Paket dann mit pkg_add auf einem beliebigen Rechner wieder installieren.

Jeder make-Lauf impliziert die vorhergehenden Schritte, soweit diese nicht bereits durchgeführt wurden. Das heißt, wenn Sie make extract angeben, wird zuerst ein make fetch ausgeführt, außer, die Quellcodes befinden sich bereits in /usr/ports/ distfiles. Ein make package impliziert dementsprechend auch ein make install. Tatsächlich existiert unter FreeBSD keine Möglichkeit, ein Binär-Paket zu erstellen, ohne den Port vorher in das System zu installieren.

Wenn Sie mit dem Übersetzen des Ports fertig sind, möchten Sie möglicherweise etwas Plattenspeicher freigegeben. Führen Sie

# make clean

aus, um das Verzeichnis work zu leeren. Es werden auch alle Verzeichnisse work von abhängigen Ports geleert, soweit diese ebenfalls kompiliert wurden. Weiterhin enthält das Verzeichnis /usr/ports/distfiles anschließend immer noch die heruntergeladenen Quellcodes der Software. Überlegen Sie sich, ob Sie diese noch einmal benötigen, meist nur dann, wenn Sie das Programm in dieser Version noch einmal kompilieren möchten. Ansonsten können Sie das Archiv mit dem Quellcode ebenfalls löschen, um den Speicherplatz freizugeben.

In manchen Situationen ist es wichtig, einen Port mit bestimmten Optionen zu übersetzen. Dazu führt man das Kommando

# make config

aus. Es erscheint eine komfortable Auswahlmöglichkeit der änderbaren Optionen. Mit Cursor ↑ und Cursor ↓ lassen sich die einzelnen Optionen markieren und mit der Leertaste anwählen oder abwählen.

Nachdem alles nach eigenen Wünschen eingestellt ist, werden die Optionen mittels Cursor → und drücken der Returntaste gespeichert. ESC beendet die Auswahl ohne etwas zu speichern.

Wichtiger Hinweis in diesem Zusammenhang: Bei manchen Ports steht die Option

OPTIMIZED CFLAGS

zur Auswahl. Damit werden besondere Optimierungen durch den Kompiler vorgenommen. Dies sollte nur von wirklich versierten Anwendern ausgewählt werden, weil dadurch unter Umständen Fehlfunktionen zu erwarten sind.

Portssystem aktualisieren

Auf Ihrer Festplatte befindet sich das Portssystem, das auf der Install-CD ausgeliefert wurde. Damit können Sie von den Ports genau die Versionen installieren, die zum Zeitpunkt des Erstellens der Install-CD aktuell waren. Software entwickelt sich aber weiter. Damit Sie eine neuere Version eines Ports installieren können, müssen Sie allerdings auch ein aktuelleres Portssystem installieren.

Dies ist im Prinzip kein großes Problem, da das Portssystem täglich aktualisiert wird und so immer die neuesten Versionen der Anwendungen anbieten kann. Sie müssen »nur« die neue Version des Portssystems herunterladen und installieren. Sie können sich jedoch Probleme einhandeln, wenn zwischenzeitlich neuere Versionen elementarer Systemwerkzeuge im Portssystem verfügbar sind und dann automatisch beim Übersetzen eines anderen Ports installiert werden könnten. Als Negativbeispiel soll hier die Programmiersprache ruby dienen, die von einigen Ports benötigt wird, aber bei der es manchmal nicht so leicht war, eine neue Version fehlerfrei zu installieren.

Bleiben Sie für den Anfang also bei der Version des Portssystems, die auf Ihrer Install-CD mitgeliefert wurde. Sie ist ideal auf das verwendete Release abgestimmt. Wenn Sie etwas mehr Übung mit den Ports haben, können Sie im Abschnitt 4.5 des FreeBSD Handbook alles über das Aktualisieren des Portssystems erfahren.

Welche Software ist installiert?

Wenn Sie sich einen Überblick über die installierte Software machen wollen, hilft Ihnen das Programm pkg_info. Rufen Sie es ohne weitere Angaben auf, werden alle installierten Pakete angezeigt. Auf einem Desktop-Rechner kann sich die Auflistung über mehrere Bildschirmseiten erstrecken, da hier meist recht viele Anwendungen installiert werden.

Software wieder loswerden

Es ist unerheblich, ob Sie eine Software mit pkg_add oder über das Portssystem installiert hatten. Der Weg, um eine Software zu deinstallieren, ist in beiden Fällen der gleiche.

Zuerst müssen Sie den genauen Namen des Pakets kennen, inklusive der Versionsnummer. Da Sie diesen vermutlich nicht auswendig wissen, rufen Sie zunächst pkg_info auf, um an die nötigen Informationen heranzukommen. Verwenden Sie außerdem grep, um die Bildschirmausgabe nach einem bestimmten Suchbegriff zu filtern:

# pkg_info | grep xmms
xmms-1.2.8_1 X Multimedia System - An audio player with a Winamp

Alternativ können Sie, wenn Sie nur nach Paketnamen suchen wollen den Befehl

# pkg_info -Ex xmms
xmms-1.2.8_1

verwenden. Dies ist normalerweise deutlich schneller als die Suche mit grep.

Hier sagt uns pkg_info also, dass XMMS als Paket mit dem Namen xmms-1.2.8_1 installiert ist. Wir löschen es wie folgt:

# pkg_delete xmms-1.2.8_1

Sollte pkg_delete bemängeln, dass das zu deinstallierende Paket noch von anderen Paketen benötigt wird, sollten Sie gut überlegen, ob Sie es wirklich deinstallieren möchten. Eventuell könnten andere Pakete dann nicht mehr richtig funktionieren. Sie können die Deinstallation in einem solchen Falle mit dem Schalter -f erzwingen:

# pkg_delete -f xmms-1.2.8_1

Empfehlenswerte Software

Das Portssystem enthält mehr als 17.000 Anwendungen – und täglich werden es mehr. Durchstöbern Sie das Portssystem ruhig nach für Sie interessanter Software, Sie werden sicher fündig. Für den schnellen Einstieg möchte ich aber ein paar oft im Desktop-Bereich eingesetzte Anwendungen kurz vorstellen, damit Sie nicht erst alle Ports durchsuchen müssen. Sie können diese Anwendungen natürlich auch mittels

# pkg_add -r xmms					(hier für den Port namens »xmms«)

aus dem Internet als Pakete herunterladen, da das Übersetzen aus dem Quelltext auf langsamen Rechnern doch einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Bei einigen Anwendungen möchte ich außerdem interessante Optionen erwähnen, die zusätzliche Funktionen der Software aktivieren. So kann bei vielen Anwendungen WITH_ESD benutzt werden, um die Unterstützung für das eSound-System zu aktivieren:

# make -DWITH_ESOUND install

Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie die Software aus dem Quelltext übersetzen. Bei Paketen aus dem Internet müssen Sie mit den Optionen vorlieb nehmen, die beim damaligen Übersetzen des Pakets eingesetzt wurden.

Zur Verwendung der Software sei auch hier wieder auf die entsprechende Dokumentation verwiesen. Insbesondere können Sie, wie bereits besprochen, über die Datei pkg-descr im Verzeichnis des Ports die Adresse der Projekt-Homepage herausfinden und dort meist auf umfangreiche Dokumentation zugreifen.

Acrobat Reader

/usr/ports/print/acroread

Der Acrobat Reader von Adobe zum Anzeigen von PostScript- und PDF-Dateien.

Sie sollten das mit KDE mitgelieferte KGhostview bevorzugen, da es beim Acrobat Reader häufig Probleme (bis hin zu Abstürzen der Software) gibt. Dieser Port wird daher im Prinzip nur benötigt, wenn Sie PDF-Dateien anzeigen lassen wollen, die KGhostview nicht richtig verarbeitet. Das kann schon mal vorkommen, insbesondere Formularfelder in PDF-Dateien können zur Zeit nur mit dem Acrobat Reader ausgefüllt werden.

Audacity

/usr/ports/audio/audacity

Ein Programm zum Bearbeiten von Audio-Dateien. Unterstütz viele Formate (u. a. Wave, MP3, Ogg Vorbis).

Bourne Again Shell (Bash)

/usr/ports/shells/bash

Die vielen Linux-Umsteigern bekannte Shell in der Version 3.

Ding

/usr/ports/german/ding

Ein einfaches, schnelles Deutsch-Englisch-Wörterbuch.

Eclipse

/usr/ports/java/eclipse

Integrierte Entwicklungsumgebung für Java.

Fung-Calc

/usr/ports/math/fung-calc

Wissenschaftlicher Plotter für KDE ohne großen Schnickschnack, braucht man aber immer mal.

GAMBAS

/usr/ports/lang/gambas

Objektorientierter, netzwerkfähiger und visueller BASIC-Dialekt, der sich an Microsoft Visual Basic anlehnt.

GIMP

/usr/ports/graphics/gimp

Umfangreiches Bildbearbeitungsprogramm.

GNOME-Desktop-Environment

Abschnitt beigetragen von juedan.

/usr/ports/x11/gnome2

Grafische Desktop-Umgebung in der Version 2.x für FreeBSD Dies soll nur der Information dienen. Einsteiger sollten die Version nehmen, die auf der Installations-CD vorhanden ist. Dies spart Zeit, Kosten (Online-Gebühren) und Nerven, falls etwas schief geht. Auch das Aktualisieren des GNOME-Environments ist nicht trivial. Auf der Website des FreeBSD-GNOME-Projektes, die unter der Adresse http://www.de.freebsd.org/gnome/ erreichbar ist, werden dazu aber nützliche Hinweise gegeben.

Ghostscript

/usr/ports/print/ghostscript-gpl-nox11

Wandelt PostScript-Dateien in eine der verschiedenen Druckersprachen um. Überwiegend für den Einsatz von nicht-PostScript-fähigen Druckern benötigt.

Ghostview

/usr/ports/print/ghostview

Programm zum Anzeigen von PostScript- und PDF-Dateien. Wird u. a. von KGhostview benötigt, um PostScript- oder PDF-Dokumente auf dem Bildschirm darzustellen.

LAME

/usr/ports/audio/lame

Sehr schneller und qualitativ hochwertiger MP3-Encoder und -Decoder.

Java

/usr/ports/java/diablo-jdk15

Java-Entwicklungsumgebung für FreeBSD. Wird z. B. vom Konqueror benutzt, um Java-Inhalte auf Webseiten darzustellen (nicht mit JavaScript verwechseln, das ist etwas ganz anderes). Außerdem gedacht zur Ausführung von Java-Anwendungen wie beispielsweise LimeWire.

Die Java-Ports sind insofern etwas kompliziert, als dass make das Distfile nicht automatisch herunterladen darf. Suns Lizenzbedingungen verhindern dies. Wenn Sie make ausführen, erhalten Sie den Hinweis, wo Sie das Distfile herunterladen können. Laden Sie es herunter, verschieben Sie es nach /usr/ports/distfiles und führen Sie make anschließend erneut aus.

K Desktop Environment

/usr/ports/x11/kde3

Grafische Desktop-Umgebung in der Version 3.x für FreeBSD. Dies soll mehr der Information dienen. Als Einsteiger sollten Sie mit der KDE-Version arbeiten, die auf der Install-CD vorhanden ist. Das Aktualisieren von KDE auf die neueste Version ist nur etwas für fortgeschrittene Anwender. Und auch nur die sollten die Binär-Pakete von http://rabarber.fruitsalad.org/ verwenden, da dies nicht weniger kompliziert ist. Allerdings sparen einem diese Pakete sehr viel Zeit, da das Übersetzen von KDE aus dem Quelltext eine sehr langwierige Angelegenheit ist.

KDevelop

/usr/ports/devel/kdevelop

Integrierte Entwicklungsumgebung für KDE, geeignet für C, C++, Qt und andere Programmiersprachen.

MPlayer

/usr/ports/multimedia/mplayer

Spielt verschiedenste Video-Formate ab (MPEG, AVI, WMV usw.).

WITH_ESOUND Ermöglicht die Ausgabe von Sounds über das eSound-System.

nVidia-Treiber

/usr/ports/x11/nvidia-driver /usr/ports/x11/nvidia-driver-96xx /usr/ports/x11/nvidia-driver-71xx

Binär-Treiber von nVidia für Grafikkarten mit TNT- und GeForce-Chipsatz.

Im Gegensatz zum Treiber, der mit X.org mitgeliefert wird, unterstützt der Treiber von nVidia hardwarebeschleunigtes OpenGL, Ansteuerung des TV-Out und den Betrieb mehrerer Bildschirme. Sie brauchen ihn nur dann zu installieren, wenn Sie eine der genannten Funktionen tatsächlich nutzen möchten.

Führen Sie zunächst die folgenden Schritte als root aus:

# cd /usr/ports/x11/nvidia-driver
# make install

Jetzt müssen Sie X.org nur noch sagen, daß es den nVidia-Treiber benutzen soll. Öffnen Sie dazu die /etc/X11/xorg.conf oder /usr/local/etc/X11/xorg.conf in Ihren Texteditor und suchen Sie die Zeile:

	Driver	"nv"

»nv« ist der bei X.org mitgelieferte Treiber für nVidia-Karten. Ändern Sie diese Zeile wie folgt:

	Driver	"nvidia"

Speichern Sie die geänderte Datei dann ab und starten Sie den X-Server mit Strg+Alt+Backspace neu. Anschließend sollte X.org unter Verwendung des nVidia-Treibers starten.

Speichern Sie die geänderte Datei dann ab und starten Sie den X-Server mit Strg+Alt+Backspace neu. Anschließend sollte X.org unter Verwendung des nVidia-Treibers starten.

Sie möchten vielleicht testen, welche Auswirkungen der Treiber auf die 3D-Performance hat. Installieren Sie dazu /usr/ports/graphics/mesa-demos. Öffnen Sie danach ein Terminal-Fenster unter X.org und führen Sie den Befehl

$ glxgears

aus. Im Terminal-Fenster wird Ihnen ständig aktualisiert die Framerate angezeigt. Vergleichen Sie diese Frameraten z. B. mit denen unter http://www.linux-club.de/viewtopic.php?t=680. Ist zwar ein Linux-Forum, aber Sie können anhand der dort ermittelten Werte in etwa einschätzen, ob Ihr Rechner mit dem nVidia-Treiber eine aufgrund der eingesetzten Hardware zu erwartende 3D-Leistung erbringt.

OpenOffice

/usr/ports/editors/openoffice.org-2

Eine Sammlung von Office-Programmen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen usw.) mit deutschsprachiger Oberfläche. Wenn Sie diese Software selbst übersetzen wollen, brauchen Sie viel Zeit und auch viel Speicherplatz, da es sich hierbei um einen der etwas größeren Ports handelt.

Schneller geht es, wenn Sie sich ein bereits fertig übersetztes Binär-Paket herunterladen und dieses dann einfach mit pkg_add installieren. Fertige Pakete bekommen Sie unter den Adressen ftp://ooopackages.good-day.net/pub/OpenOffice.org/FreeBSD und http://wiki.bsdforen.de/anwendungen:openoffice_aus_inoffiziellen_paketen. Diese Vorgehensweise wird von mir ausdrücklich empfohlen.

QEMU

/usr/ports/emulators/qemu

Emuliert einen kompletten PC in einer virtuellen Maschine. Die Geschwindigkeit ist, im Gegensatz zum früher empfohlenen Bochs, relativ gut.

RealPlayer

/usr/ports/multimedia/linux-realplayer

Anwendung zum Abspielen von RealMedia-Streams.

Scribus

/usr/ports/print/scribus

Ein schönes Desktop-Publishing-Programm für KDE, das auch PostScript-Dateien im- und exportieren kann – und vieles mehr.

Vi Improved

/usr/ports/editors/vim

Der Editor vim, eine verbesserte Version des im Basissystem vorhandenen vi. Enthalten ist in diesem Port auch die grafische Version gvim.

/usr/ports/editors/vim-lite

Dieser Port enthält nur den vim, ohne die grafische Version gvim.

Ximian Evolution

Abschnitt beigetragen von juedan.

/usr/ports/mail/evolution

Evolution ist ein Email-Client, der ähnlich aufgebaut ist wie MS-Outlook. Das Programm enthält Kalender, Email, Kontaktliste, Aufgabenverwaltung und PGP-Schnittstelle. Darüber hinaus bietet es eine Schnittstelle zu PDAs und Handhelds. Evolution kann mit gesicherten und ungesicherten SMTP-Servern, POP2/3- und IMAP-Servern kommunizieren.

XMMS

/usr/ports/multimedia/xmms

Spielt verschiedenste Audio-Formate ab (Audio-CDs, MP3, OggVorbis usw.).

XSane

/usr/ports/graphics/xsane

Ein grafisches Programm zur Bedienung von Scannern (die eigentliche Scan-Software »SANE« wird automatisch mitinstalliert).

Die FreeBSD-Verzeichnisstruktur

Ich beschreibe die meisten Verzeichnisse nur kurz, eine umfangreiche Liste finden Sie in der Manpage hier:

$ man hier

Lediglich auf die Konfigurationsdateien werde ich im entsprechenden Abschnitt etwas näher eingehen. Wenn Sie nähere Informationen benötigen, schauen Sie bitte in die entsprechende Manpage. Um beispielsweise die Manpage zur Datei passwd anzuzeigen:

$ man 5 passwd

Ohne Angabe der Sektion 5 würde man zuerst in der Sektion 1 fündig, dort befindet sich nämlich die Manpage zum Befehl passwd. (Dies wurde im Kapitel 2.2 besprochen.)

Root-Verzeichnis

Das Verzeichnis / wird das Root- oder Wurzelverzeichnis genannt. Es ist die höchste Ebene der FreeBSD-Verzeichnishierarchie.

Benutzerprogramme

Die Verzeichnisse /bin und /usr/bin enthalten Programme, die zum täglichen Arbeiten gebraucht werden. Außerdem finden Sie in /usr/local/bin ausführbare Programme von Software, die nicht zum Grundsystem gehört, z. B. solche, die Sie aus dem Portssystem installiert haben.

Zum Booten benötigte Dateien

Im Verzeichnis /boot finden sich die Dateien, die zum Booten von FreeBSD notwendig sind. Auch Dateien, die den Boot-Vorgang oder den Boot-Manager konfigurieren, sind hier zu finden. Sie sollten hier keine Änderungen vornehmen, wenn Sie nicht genau wissen, was Sie tun. Ansonsten könnte es passieren, daß FreeBSD nicht mehr booten kann.

Im Unterverzeichnis kernel befindet sich sowohl der FreeBSD-Kernel als auch die zugehörigen Kernel-Module. Das sind Code-Teile, die nach dem Booten des Betriebssystems zum Kernel hinzugeladen oder entladen werden können. Sie fügen dem Kernel zusätzliche Fähigkeiten hinzu. So gibt es z. B. Module für verschiedene Soundkarten. Wenn Sie ein solches Modul laden, kann der Kernel die jeweilige Soundkarte ansprechen.

Gerätedateien

Gerätedateien sind die Schnittstelle zwischen Kernel und Anwendungsprogrammen, um auf eine bestimmte Hardware zuzugreifen. Unter Unix wird fast alles durch eine Datei dargestellt, z. B. Tastatur, Maus, Festplatten, Disketten, CDs, Terminals usw. Durch eine seit FreeBSD 5 neue Technologie namens devfs werden Gerätedateien automatisch bei Bedarf angelegt, Sie brauchen sich darum nicht mehr selbst zu kümmern.

Konfigurationsdateien

Unter FreeBSD können Konfigurationsdateien hauptsächlich in zwei Verzeichnissen vorgefunden werden:

/etc In diesem Verzeichnis befinden die Konfigurationsdateien, die zum Grundsystem von FreeBSD gehören.
/usr/local/etc Hier befinden sich die Konfigurationsdateien vieler Programme, die nicht zum Grundsystem gehören. In der Regel sind das solche Programme, die Sie mittels pkg_add oder über das Portssystem installiert haben. Daneben können die Programme aber auch noch ganz andere Verzeichnisse zum Ablegen der Konfiguration wählen. Daher muß eventuell in der Programmdokumentation gesucht werden, wenn Sie die Konfigurationsdateien eines Programms nicht finden können.

Ich beschreibe nur die wichtigsten Konfigurationsdateien des Grundsystems, da die Liste ansonsten unendlich lange würde.

Konfigurationsdateien des Grundsystems

Im Verzeichnis /etc finden Sie u. a. folgende interessante Dateien:

crontab Systemweite Cron-Tabelle, in der immer wiederkehrende Aufgaben automatisiert werden können.
devfs.conf und devfs.rules Konfiguriert das devfs, welches für das automatische Erstellen von Gerätedateien zuständig ist (diese Datei darf nur angefaßt werden, wenn man weiß, was man tut!).
fstab Liste der beim Systemstart einzuhängenden oder manuell einhängbaren Dateisysteme.
group Die Gruppendatenbank, in der Benutzergruppen verwaltet werden.
host.conf Konfiguriert die Reihenfolge, in der Hostnamen aufgelöst werden sollen.
hosts Namensauflösung für kleine Netzwerke.
hosts.allow Rechnerbasierte Zugriffsrechte auf Systemdienste.
hosts.lpd Rechnerbasierte Zugriffsrechte auf das BSD-Druckersystem.
inetd.conf Konfiguration des Internet Super Servers.
login.conf Definiert Login-Klassen.
master.passwd Die Passwort-Datei. Enthält auch die verschlüsselten Passwörter, sollte daher nur für root lesbar sein. Wenn Sie diese Datei bearbeiten möchten (und wissen, was Sie tun!), verwenden Sie dazu bitte den Befehl vipw.
passwd Eine weitere Paßwort-Datei. Sie sollten diese Datei nie bearbeiten, da sie von vipw automatisch aus der master.passwd erzeugt wird. In der passwd sind einige Angaben, wie z. B. das verschlüsselte Passwort, herausgefiltert, daher darf diese Datei auch von allen Benutzern gelesen werden.
printcap Die Druckerdatenbank des BSD-Druckersystems.
profile Enthält Befehle, die beim Anmelden jedes Benutzers von der Shell ausgeführt werden.
pwd.db Die Passwort-Datenbank im Berkley-Datenbank-Format. Das System bezieht seine Informationen ausschließlich aus dieser Datei. Sie wird automatisch von vipw angelegt und aktualisiert. Sie sollten diese Datei niemals direkt editieren.
rc.conf Sicherlich eine der wichtigsten Konfigurationsdateien. Sie konfiguriert den Großteil des Boot-Vorgangs von FreeBSD, z. B. den Hostnamen, die IP-Adresse und den Start verschiedener Systemdienste. In /etc/defaults/rc.conf finden Sie eine Dokumentation aller Variablen, die in /etc/rc.conf verwendet werden können.
resolv.conf Enthält die DNS-Server, die zur Namensauflösung verwendet werden sollen. Die Datei existiert standardmäßig nicht, Sie müssen sie erst anlegen, wenn Sie einen DNS-Server verwenden möchten.
spwd.db Kopie der pwd.db, existiert nur zu Kompatibilitätszwecken mit älterer Software, welche die Paßwortdatenbank noch unter diesem Namen erwartet.
sysctl.conf Enthält Systemvariablen, die beim Booten gesetzt werden sollen.
syslog.conf Konfiguriert syslog, der Systemereignisse protokolliert.
ttys Definition der Terminals, die von init gestartet werden.
usbd.conf Legt Befehle fest, die beim Ein- oder Ausstecken eines bestimmten USB-Geräts ausgeführt werden sollen.

Heimatverzeichnisse der Benutzer

Im Verzeichnis /home besitzt jeder Anwender sein persönliches Heimatverzeichnis. Dieses und die Verzeichnisse /tmp und /var/tmp sind normalerweise die einzigen Orte im Dateisystem, in denen ein Benutzer Schreibrechte besitzt.

Das Heimatverzeichnis von root

Auch der Benutzer root hat ein Heimatverzeichnis – es findet sich unter /root und sollte meist nicht weiter interessant sein.

Administrationswerkzeuge

Sie finden unter /sbin und /usr/sbin überwiegend Anwendungen, die nur vom Benutzer root ausgeführt werden können und der Administration des Rechners dienen. Administrationswerkzeuge von Dritt-Software (z. B. einem Port) werden unter /usr/local/sbin abgelegt.

Temporäre Dateien

Unter /tmp können von jedem Benutzer Dateien angelegt werden, die nur temporär benötigt werden. Hier speichert z. B. KDE Informationen über die aktuelle Sitzung.

rc-Startskripte

Wenn Sie von einem anderen Unix oder von Linux umsteigen, kennen Sie sicher die Möglichkeit, Shellscripts beim Booten ausführen zu lassen. Hierfür gibt es unter FreeBSD das Verzeichnis /usr/local/etc/rc.d. Das Skript muß ausführbar sein um beim Booten aufgerufen zu werden. Viele der dortigen Skripte benötigen außerdem einen Eintrag in der Datei /etc/rc.conf.

Daneben befinden sich in /etc/rc.d Startskripten von Systemdiensten. Sie brauchen diese Skripten nur, wenn Sie einen bestimmten Systemdienst während des Betriebs (neu)starten oder beenden möchten. Ansonsten sollten Sie in diesem Verzeichnis keine Änderungen vornehmen.

Es handelt sich bei diesem System übrigens um das klassische BSD-Style-Init, es gibt bei der Ausführung der rc-Skripten also keine Unterscheidung zwischen verschiedenen Runleveln, wie Sie das vielleicht vom System-V-Init kennen.

Veränderbare Dateien

Dateien, die sich häufig verändern, werden im Verzeichnis /var abgelegt. Hier befinden sich z. B. Log-Dateien, Spool-Verzeichnisse des Druckersystems sowie eingegangene E-Mails.

Nachwort

Dieser Artikel basiert auf dem PDF-Dokument FreeBSD für Umsteiger in der Version von 28.05.2005 (ein episches Werk auf 76 Seiten). Da er als Anleitung zum Ausdrucken gedacht ist, sind Verweise voll ausgeschrieben und der Artikel enthält relativ wenige interne Verweise.

Das Dokument wurde von 0815Chaot verfasst. Die Abschnitte zu GNOME wurden von juedan beigetragen.

Ins alte Wiki wurde dieser Artikel von Noble übertragen. Der Artikel aus dem alten Wiki wurde jedoch nicht als Grundlage für diese Version verwendet, da er weniger aktuell als das PDF war.

Übertragen wurde das Dokument von kamikaze. Dabei wurden inzwischen ungültige Paragraphen entfernt oder ergänzt, und den Kapiteln zu GNOME und KDE wurde jeweils ein Abschnitt über das Einrichten von HAL zum Zugriff auf externe und optische Datenträger hinzugefügt. Das Übertragen und Überarbeiten wurde am 05.09.2007 abgeschlossen.