Beseitigen von Problemen und Fehlern

Betrifft OS:
FreeBSD

Dieser Artikel beschreibt die Ermittlung und Beseitigung von Problemen.

Wo liegt das Problem?

Rechner sind komplexe Geräte, somit kann man nie mit Sicherheit aufgrund weniger Symptome auf die Ursache schließen.

Folgende Punkte sind daher zu beachten:

Treten die Probleme seit einer Änderung der Hardware auf?

In diesem Fall sollte, sofern dies möglich ist, die Hardware-Änderung rückgängig gemacht werden und geprüft werden, ob der Fehler weiterhin auftritt. Mögliche Ursachen wären:

  • Defekt an der neuen Hardware
  • Die neue Hardware funktioniert nicht mit der alten Hardware zusammen
  • Der Treiber der neuen Hardware ist fehlerhaft

Treten die Probleme seit einer Änderung der Software auf?

In diesem Fall sollte nach Möglichkeit der alte Stand der Software mittels Backup wieder hergestellt werden.

Kann das Problem gelöst werden, in dem aktuelle Firmware bei Hardware-Komponenten eingespielt wird?

Immer wieder gibt es Hardware-Komponenten z.B. das Mainboard oder auch Festplatten-Controller, die mit fehlerbehafteter Firmware ausgeliefert werden. Um solche Fehler der Firmware auszuschließen, empfiehlt es sich, auf den Websites der Hersteller nach der akutellen Firmware der jeweiligen Komponenten umzusehen. Unter Umständen haben Hersteller auch Foren auf den Sites, in denen man auch schon weitere Hilfe zu Problemen finden kann.

Häufig auftretende Defekte bzw. Ursachen

Kabelverbindungen

Kabel wie Netzkabel, Netzwerkkabel, Tastatur- und Mausanschluß sollten immer als Erstes überprüft werden. In vielen Fällen liegt das Problem an Wackelkontakten. Im Büro sind Reinigungskräfte ab und an auch nicht gnädig mit der doch relativ empfindlichen Rechnertechnik.

Die Stromanschlüsse der Festplatten gehen in der Regel sehr schwergängig oder sehr leichgängig. Bei Letzteren und bei Y-Kabelverlängerungen sollte mal ggf. mit Kabelbinder die Buchse und den Stecker sichern.

Nach Arbeiten am Rechner wird auch gerne die zusätzliche Stromversorgung für die CPU oder Grafikkarte vergessen anzuschließen. Wenn man Glück hat, wird dies vom BIOS der Grafikkarte oder des Motherboards gemeldet.

Arbeitspeicher

Ein defekter Arbeitsspeicher kann zu Abstürzen führen, da aufgrund nicht mehr konsistenter Daten der Prozessor z.B. unsinnige Befehle oder Adressen zur Verarbeitung bekommt. Es gibt einige Speichertestprogramme, aber diese können nicht mit Sicherheit Defekte am Speicher erkennen. In der Praxis hat sich der Austausch von RAM-Riegeln bewährt, zumal die Speicherpreise einen Austausch in der Regel erlauben. Sollte die Probleme mit einem Austausch des Speichers nicht behoben sein, kann ein Defekt am Speicher zunächst ausgeschlossen werden.

Lüfter

Lüfter transportieren leider nicht nur Luft, sondern auch Fusseln und Staub. Einige regelmäßige Kontrolle kann den Hitzetod vermeiden. Lüfter und Kühlkörper lassen sich gut mit Druckluft reinigen.

Netzteile

Netzteile müssen ausreichend dimensioniert sein. Es gibt leider auch Fälle, in denen das Netzteil zwar augenscheinlich funktioniert, aber tatsächlich nicht ausreichend Strom liefert. In diesem Fall sollte man ein Ersatznetzteil ausprobieren, um den Fehler zu lokalisieren. Hier findet man auch Informationen, wie man ein Netzteil überprüfen kann.

Belüftung

Unter Umständen reicht die Belüftung ausschließlich durch das Netzteil nicht aus. Es sollte dann ein Zusatzlüfter am Gehäuse angebracht werden. Hier gilt: Umso größer der Lüfter, desto leiser der Rechner.

Luftzirkulation

Wenn der Rechner zwischen Schreibtisch und Schrank geklemmt und ggf. noch mit Büchern oder Gegenständen zugebaut wird, gibt zwangsläufig Probleme mit der Wärmeabfuhr. Die vom Rechner abgegebene Wärme wird ohne großen Umweg wieder ins Gehäuse gesogen. Der Kühleffekt liegt naturgemäß bei Null.

Feuchtigkeit

Feuchtigkeit ist der Feind jeder Tastatur und der anderen Rechnerkomponenten. So kann es sein, daß eine Tastatur nach einer Kaffee- oder Bierdusche schon beim Hochfahren des Rechners, wirre Zeichen an den Controller liefert und das System beim Hochfahren schon in Schwierigkeiten bringt.

Rechner stürzt ab und bootet neu

In diesem Fall sollte folgende Schritte unternommen werden:

  • Mit dmesg prüfen, ob beim Hochfahren des Rechners Fehler angezeigt werden.
  • In /var/log/messages nach Ursachen suchen, die zum Absturz geführt haben können.
  • Wurden USB-Geräte oder andere Geräte angeschlossen oder abgezogen bzw. entfernt?
  • Kerneldump überprüfen.

Kerneldump

Beim Absturz versucht das System ein Abbild in der swap-Partition anzulegen. Dieses kann nach erneutem Hochfahren des Rechners ausgelesen und ausgewertet werden.

Hierzu für FreeBSD folgende Anleitung (zur Zeit leider nur in englisch) lesen.

Dieser Artikel hat leider nicht geholfen, ich will im Forum fragen

Hier können natürlich nicht alle Möglichkeiten der Fehlerbeseitigung aufgeführt sein. Im Forum sollte man daher zunächst die Such-Funktion benutzen und sehen, ob das Problem unter Unterständen schon einmal behandelt wurde. Wenn dies nicht der Fall ist, sind folgende Angaben zum Problem dringend erforderlich, um eine Antwort zu erhalten:

  1. Welches Betriebssystem wird genutzt und welchen Versionsstand hat es (uname -a)?
  2. Was wurde gemacht und wie wurde es probiert?
  3. Welche man-Pages, Anleitungen, HowTos habe ich schon gelesen?
  4. Welche Fehlermeldungen kommen (cut and paste)?
  5. Was steht in den Logdateien (Anschnitt aus dem Logfile (z.B. /var/log/messages oder dmesg)?
  6. Konfigurationsdateien (sofern vorhanden) anhängen, die mit dem Problem zusammenhängen!

Testprogramme und -Tools

Unter FreeBSD gibt es folgende Programme und Tools zum Testen von Hardware:

1. RAM-Testprogramme können einen Fehler aufspüren. Es ist aber auch möglich, dass ein Speicherfehler nicht erkannt wird!

2. Gerade bei neueren Systemen sind u.U. Chips integriert, die von o.g. Programmen nicht ausgelesen werden können (mbmon, xmbmon)

Siehe auch