Bootvorgang verschönern/verkürzen

Betrifft OS:
FreeBSD

Der Bootvorgang von FreeBSD lässt sich auf verschiedene Arten verschönern und auch ein wenig verkürzen.

Verzögerung einstellen

Fangen wir zuerst mit dem Loader an:

Nachdem der Loader geladen wurde, kann man zwischen verschiedenen Bootoptionen wählen (ACPI en-/disable, nur Single User Mode etc.). Standardmässig wird der Eintrag Nr.1 nach 10 Sekunden automatisch verwendet. Trägt man nun in die Datei /boot/loader.conf:

autoboot_delay="2"

ein, so wird bereits nach 2 Sekunden der Bootvorgang fortgesetzt.

Farbiger Beastie

Der Beastie im Loadermenu (erst ab FreeBSD 5) ist standardmässig eine simple, weiße ASCII-Grafik. Mit dem Eintrag:

loader_color="YES"

in der Datei /boot/loader.conf ist der Beastie ab sofort hübsch farbig.

In FreeBSD 6 wurde Beastie wieder aus dem Loadermenu verbannt. Um ihn wiederzubeleben reicht folgender Eintrag in der loader.conf:

loader_logo="beastie"

Splashscreen einrichten

Unter FreeBSD lässt sich ähnlich wie unter Linux oder Windows auch ein Splashscreen einrichten. Um einen Splashscreen mit einer Auflösung höher als 320×240 zu verwenden, muss das VESA Modul geladen werden. Je nach Graphikkarte kann es auch sein, dass dies nicht funktioniert. In diesem Fall kann leider nur ein Splashscreen mit einer Auflösung von 320×240 Pixeln verwendet werden. Folgende Einträge müssen in der Datei /boot/loader.conf eingetragen werden:

splash_bmp_load="YES" # Fuer Bitmap Files
splash_pcx_load="NO" # Fuer PCX Files (Nur ein Eintrag aktivieren)
vesa_load="YES" # Auf NO setzen wenn von der Graphikkarte nicht unterstützt
bitmap_load="YES"
bitmap_name="/boot/splash.bmp" # Name der Bitmap Datei

Danach muss natürlich noch eine Bitmap Datei unter /boot/splash.bmp abgelegt werden. Falls der VESA Modus funktioniert, können auch Bilder mit einer Auflösung grösser als 320×240 eingerichtet werden. Wichtig ist jedoch, dass die Bilder maximal 256 Farben (8Bit) aufweisen und im Bitmap Format vorliegen! Besitzt man z.B. ein JPEG so öffnet man dies unter Gimp und schraubt via „Image → Scale Image“ die Auflösung herunter. Danach kann man mit „Image → Mode → Indexed“ die Farbtiefe verringern. Wichtig ist, dass der Eintrag „Generate Optimum Palette“ aktiviert ist und 256 Farben ausgewählt sind. Unter „Dithering Options“ kann man die Dithering Methode auswählen, hier lohnt sich Ausprobieren um das ansprechendste Ergebnis zu erhalten. Die Datei anschliessend als Bitmap speichern und nach /boot/splash.bmp verschieben (benötigt natürlich root Rechte).

Weitere Optimierungsmöglichkeiten

Generell sollte man alle nicht benötigten Dienste deaktivieren. Systemdienste wie z.B. der ssh-Daemon lassen sich via einen Eintrag in die Datei /etc/rc.conf deaktivieren (sshd_enable=„NO“). Hilfe dazu bietet die Manpage von rc.conf (man rc.conf). Nachträglich installierte Dienste (z.B. Apache) lassen sich meistens auch auf diesem Weg deaktivieren. Ansonsten hilft auch unter /usr/local/etc/rc.d/ das entsprechende Startscript nicht ausführbar zu machen (chmod -x <script>). Weiteres Potential für Optimierungen bietet eine Bereinigung/Entschlackung des Kernels. Generell sollte man nicht benötigte Devices in der Kernel-Configdatei deaktivieren (einfach ein # vor den entsprechenden Eintrag stellen), so spart man Zeit beim Booten. Hilfe zum Kompilieren von einem Kernel findet ihr hier: Kernel erstellen.