DVDs brennen

Dieser Artikel über das Brennen von DVDs gibt nicht nur praktische Beispiele, sondern beleuchtet auch Hintergründe über die verschiedenen Formate.

Dieser Artikel stammt von [moR-pH-euS] und wurde zuerst im Forum veröffentlicht.

Erklärungen zu DVD-Standards

Die meisten werden wahrscheinlich wissen, dass es zwei verschiedene Standards beim DVD-Brennen gibt: DVD+ und DVD-. Um etwas Klarheit in diesen Dschungel von verschieden Formaten zu bringen, versuche ich in den beiden folgenden Abschnitten einmal die Medien und die wesentlichen Unterschiede zwischen diesen beiden „Standards“ zu erklären, da man schon wissen sollte wofür die einzelnen Begriffe eigentlich stehen, wenn man sich schon damit beschäftigt.

Erklärung der Medien

Man muss zu allererst die 5 verschiedenen Standards der beschreibbaren DVD-Medien unterscheiden:

DVD-R

Der Urahn der beschreibbaren DVD. Das DVD-Forum, das die ursprünglichen Standards für die DVDs erarbeitet hat (die sind z.B. auch fuer die Region Codes und CSS verantwortlich), steht auf dieser Seite und hat diesen Standard auch offiziell anerkannt. Die DVD-R ist stark an der DVD-ROM angelehnt und wird deswegen auch von den meisten DVD-Playern abgespielt - von ca. 90% (sie hat eine ähnliche Datenstruktur und Reflexionseigenschaft wie die DVD-ROM)

DVD-RW

Die DVD-RW ähnelt eigentlich auch der DVD-ROM in der Datenstruktur, kann aber zu Problemen mit DVD-Playern und Laufwerken führen, da die Reflexionseigenschaften der einer DVD-9 ähneln (also einer DVD-ROM mit 9GB) und der Laser anhand der Reflexion das Medium erkennt, er dann leicht „durcheinander“ kommt und nach falschen Layern sucht (er sucht dann z.B. nach der halbtransparenten schicht der DVD-9 anstatt der vorhandenen RW-Schicht) - wird auf ungefähr 75% aller DVD-Player abgespielt (dieselbe Zahl gilt auch fuer DVD+RW). Die DVD-RW kann bis zu 1000 x beschrieben werden.

DVD+R

Einige Mitglieder des DVD-Forums, haben den DVD+ Standard geschaffen und sich zur DVD+RW Alliance zusammengeschlossen. Dieser Standard weicht etwas von der Norm ab. Dieses Format wurde allerdings vom Konsortium nicht abgesegnet, da einer der Hauptgruende fuer dieses neue Format darin besteht keine Lizenzkosten an das DVD-Forum zu zahlen. DVD+R wird auf ca. 85% aller DVD-Player abgespielt.

DVD+RW

Der wesentliche Unterschied zu DVD-RW liegt darin, dass +RW aufgrund einer anderen Struktur des Spurrandes beim Brennen Sektoren genauer adressieren kann. Dank des hochfrequenten Wobble können Brenner ohne den Umweg von Land Pre-Pits? und Linking Sectors direkt an vorhandene Datenbestände anknüpfen - auch Lossless Linking genannt. Zudem können +RW-Writer die Medien auch in Teilen neu beschreiben - interessant für standalone Recorder. Für PC-Laufwerke ist diese Fähigkeit dagegen weniger relevant. Da die DVD+RW gleiche Reflexionseigenschaften wie die DVD-RW hat, kann es zu oben genannten Problemen führen.

DVD-RAM

DVD-RAM führt ein Schattendasein. Es wurde eigentlich für PCs entwickelt, d.h. es wurde von vorneherein als reines Datenspeichermedium entwickelt. Die Medien lassen sich bis zu 100.000 x beschreiben. Durch die besonderen Reflexionseigenschaften der Medien können nur wenige DVD-ROM-Laufwerke RAM-Medien lesen, das gilt auch fuer DVD Player. Die Medien sind dabei in Caddys, ausser DVD-RAM-Medien vom Typ2 die sich aus dem Caddy herausnehmen lassen. Das DVD-RAM Format hat sich bis jetzt nur in Japan durchgesetzt, dabei wird es wohl auch bleiben, auch wenn es noch DVD-Brenner gibt die auch RAM beherrschen. Hier steht auch das DVD-Forum dahinter, die diesen Standard unterstützen.

Erklärung der Wesentlichen Unterschiede zwischen DVD+ und DVD-

DVD-

Firmen die dahinter stehen bzw. das Konsortium für diesen Standard bilden: z.B. Pioneer, Apple, Hitachi, NEC, Samsung, Sharp, Sony

Kopierschutz:

Auf den Medien sind die ersten Sektoren durch die Produktion bereits vollgeschrieben, damit die Keys zum entschluesseln von DVDs (CSS) nicht 1:1 kopiert werden können.

DVD+

Firmen die dahinter stehen bzw. das Konsortium für diesen Standard bilden: z.B. Phillips, HP, Sony, Verbatim, Ricoh, Yamaha, Thomson, Dell

Kopierschutz:

Der CSS-Bereich ist bei dieser Art Medien nicht vollgeschrieben, da der Brenner mit der Firmware, also hardwareseitig, den Kopierschutz darstellt.

DVD+ ist multisessionfähig

Fazit:

Meine Empfehlung wäre es sich einen Multi-DVD-Brenner zu holen, der alle oben aufgeführten Standards brennen und verstehen kann (DVD+, DVD- und DVD-RAM, das habe ich zumindest gemacht mit dem lg-4040b). Da sich bis heute noch nicht abgezeichnet hat, welcher standard sich durchsetzen wird, ist das die zur Zeit beste Lösung.

DVDs-Brennen unter FreeBSD

Hardware

Zuerst solltet ihr einmal mit „dmesg“ sehen, ob euer Brenner überhaupt richtig erkannt wird. Bei mir sieht die Ausgabe so aus:

# dmesg
acd0: DVD-R <HL-DT-ST DVDRAM GSA-4040B> at ata1-slave PIO4

Multimedia-Software unter Unix (rippen, decoden, brennen)

Das hier ist mal eine Liste mit Tools die ich kenne/gefunden habe, ist sicherlich eine unvollständige Liste, deswegen ergänzt bitte als Anschluss am Thread eure Erfahrungen mit den Tools bzw. postet die Tools die ich vergessen habe, damit ich sie später hier noch einbauen kann. Danke!

Rippen, Encoden:

transcode

Ein sehr mächtiges Tool um Filme zu rippen, encoden, transcoden, multiplexen usw.

http://www.transcoding.org/cgi-bin/transcode bzw.

/usr/ports/multimedia/transcode

dvd::rip

Wie der Name schon vermuten lässt, ist es ein Perl-Programm um DVDs auf die Platte zu rippen (ist ein Frontend für transcode) http://www.exit1.org/dvdrip/ bzw.

/usr/ports/multimedia/dvdrip

mencoder

Mit mencoder kann man ebenfalls DVDs in einem Rutsch rippen und konvertieren. Dazu gibt es auch ein HowTo mit Wrapper Skript.

cp

Wer einfach nur ein Image für eine spätere identische Kopie haben will. Kann einfach mit dem Kommando

# cp /dev/acd0 image.iso

eine ISO image anlegen. Von einem solchen Image kann auch ein Device erzeugt werden um es zu mounten oder mit einer DVD Software abzuspielen.

LDVD9to5

Mit diesem Tool soll man eine DVD-9 auf ein DVD-5 format bekommen, d.h. das die 9gb-DVD auf einen normalen DVD-Rohling komprimiert wird, habe ich allerdings noch nicht getestet http://ldvd9to5.gff-clan.net/ bzw.

/usr/ports/multimedia/ldvd9to5

KLVEMKDVD

Das ist ein Tool für KDE, dass auch auf die Bibliotheken von KDE und QT aufbaut, ist allerdings noch ein Preview-Release; http://lvempeg.sourceforge.net/klvemkdvd.html

dvdbackup

dvdbackup ist ein Kommandozeilen-Tool um Video-DVDs auf Festplatte zu sichern (inklusive Menu, Kapitel, …). http://dvd-create.sourceforge.net/index.shtml bzw.

/usr/ports/sysutils/dvdbackup

Authoring

Tools zum erstellen einer DVD http://dvdauthor.sourceforge.net/ bzw.

/usr/ports/multimedia/dvdauthor

Daten brennen

Wir brauchen jetzt noch Software, um mit dem Brenner auch mal zu brennen… Ich benutze hier nur die dvd+rw-tools und growisofs; In den Ports findet sich unter

/usr/ports/sysutils/dvd+rw-tools

mit diesem Port kann man DVD-R, DVD-RW, DVD+R und DVD+RW brennen; also:

# cd /usr/ports/sysutils/dvd+rw-tools
# make install clean

Es gibt auch noch die GNU dvdrecord Tools, die ein verändertes cdrecord für DVD-Brenner darstellen, darauf gehe ich aber nicht ein. Wir installieren uns zusätzlich noch cdrecord bzw. die cdrtools, da diese auch mkisofs enthalten; also:

# cd /usr/ports/sysutils/cdrtools
# make install clean

Zuerst backen wir uns einen neuen Kernel mit den folgenden Optionen (ohne diese Optionen funktioniert es nicht, es solllten eigentlich alle Optionen bereits im Kernel enthalten sein, ausser atapicam)

device ata
device atapicd
device atapicam
device scbus
device cd
device pass

Das gilt für FreeBSD 4.x und auch FreeBSD 5.x… Diese Optionen sind wichtig, da ansonsten der Brenner nicht über die IDE-SCSI-Emulation angesprochen werden kann und genau über diesen Weg funktionieren die Brennprogramme. Wie man einen Kernel kompiliert, könnt ihr im FreeBSD-Handbuch nachlesen.

Alternativ kann ab FreeBSD 6 atapicam auch als Modul geladen werden. Die restlichen Devices sind teil des Standardkernels (so kann auch auf den Neustart verzichtet werden).

# kldload atapicam

Nach einem Neustart (hoffe mal das eure Kiste auch mit dem neuen Kernel hochfährt ;-) schauen wir mal, ob die Laufwerke jetzt auch ueber IDE-SCSI-Emulation noch gefunden werden; Das machen wir am besten mit camcontrol bzw. cdrecord und die Ausgabe sieht bei mir so aus:

root@freebsd-wk.home# camcontrol devlist
<HL-DT-ST DVDRAM GSA-4040B A300> at scbus1 target 1 lun 0 (cd0,pass0)
<PIONEER DVD-ROM DVD-115 1.08> at scbus3 target 0 lun 0 (cd1,pass1)

root@freebsd-wk.home# cdrecord -scanbus
Cdrecord 2.00.3 (i386-unknown-freebsd5.1) Copyright (C) 1995-2002 J\xf6rg Sc
hilling
Using libscg version 'schily-0.7'
scsibus1:
1,0,0 100) *
1,1,0 101) 'HL-DT-ST' 'DVDRAM GSA-4040B' 'A300' Removable CD-ROM
1,2,0 102) *
1,3,0 103) *
1,4,0 104) *
1,5,0 105) *
1,6,0 106) *
1,7,0 107) *
scsibus3:
3,0,0 300) 'PIONEER ' 'DVD-ROM DVD-115 ' '1.08' Removable CD-ROM
3,1,0 301) *
3,2,0 302) *
3,3,0 303) *
3,4,0 304) *
3,5,0 305) *
3,6,0 306) *
3,7,0 307) *

Das funktioniert schon mal… nun haben wir durch die DVD+RW-Tools drei neue Kommandos:

# dvd+rw-booktype

Usage: dvd+rw-booktype [-dvd-rom-spec|-dvd+rw-spec|-dvd+r-spec|-inq] \
           [-media|-unit|-unit+rw|-unit+r] /dev/dvd 

Hiermit kann man den Booktype vor dem Brennen anscheinend ändern; mit dem Booktype erkennt der DVD-Player, um welchen Typ von DVD es sich handelt (DVD+R, DVD-ROM usw.) hier findet ihr noch ein paar Informationen http://www.dvdplusrw.org/resources/bitsettings.html

# dvd+rw-format

* DVD±RW/-RAM format utility by <appro@fy.chalmers.se>, version 4.10.
- usage: dvd+rw-format [-force[=full]] [-lead-out|-blank[=full]]
         [-ssa[=none|default|max]] /dev/cdrom

Mit diesem Kommando könnt ihr DVD+RW und DVD-RWs formatieren; (bei Intensio DVD-RWs hatte der Erstersteller des vorliegenden HOWTOs Probleme).

# dvd+rw-mediainfo
usage: dvd+rw-mediainfo /dev/dvd

Wie der Kommandoname schon vermuten lässt, bekommt ihr damit Informationen über den eingelegten Rohling; mit growisofs könnt ihr Daten-DVDs brennen. Als kleines Beispiel soll folgende Befehlszeile dienen:

# growisofs -Z /dev/cd0 -R -J *

Dieses Kommando brennt alle Dateien im aktuellen Verzeichnis auf die DVD (als Dateisystem ISO9660 mit Joliet und Rock-Ridge? als Erweiterung). Bei Dual-Layer-DVDs sollte die „-speed=N“-Option zusätzlich verwendet werden, da growisofs sonst mit einem I/O-Fehler den Dienst verweigert. Weitere Beispiele zum Brennen von Daten mit growisofs finden sich in der Manpage.

Um die volle Geschwindigkeit ausnutzen zu können, muss DMA aktiviert sein. DMA ist für CD/DVD-Laufwerke bei FreeBSD bis einschließlich 5.2.1 standardmäßig deaktiviert; bei FreeBSD 5.3 und höher sollten solche Laufwerke bereits im DMA-Modus laufen. Um es zu aktiveren, muss man folgenden Eintrag in die /boot/loader.conf einfügen und das System neustarten:

hw.ata.atapi_dma=1

Ohne DMA würde ein dmesg z.b. folgendes ausgeben:

# dmesg

acd0: CDRW <HL-DT-STCD-RW/DVD DRIVE GCC-4240N> at ata1-master PIO4

Mit DMA:

# dmesg

acd0: CDRW <HL-DT-STCD-RW/DVD DRIVE GCC-4240N> at ata1-master UDMA33

Weiter weist die SCSI-Emulation damit eine viel höhere Übertragungsgeschwindigkeit aus:

cd0 at ata1 bus 0 target 0 lun 0
cd0: <HL-DT-ST RW/DVD GCC-4240N 1202> Removable CD-ROM SCSI-0 device
cd0: 33.000MB/s transfers

Anmerkung zum DMA-Modus

„Ich (tUNIX) bin unter FreeBSD 5.3 mit einem LG 4160B (Firmware: A302) in die DMA-Falle getappt. Da bei mir DMA-Modus für Atapi-Geräte standardmässig aktiviert war, habe ich diesem Parameter auch keine Aufmerksamkeit geschenkt. Die DVDs liessen sich auch einwandfrei beschreiben. Allerdings bekam ich beim Lesen der Daten nach dem Mounten massig Fehler, welche ständig in einem Abbruch des Lesevorganges mündeten.

Erst nach dem Ausschalten des DMA-Modus lief alles wie gewünscht.“

Daten löschen

Eine DVD-RW könnt ihr mit diesem Befehl löschen:

# dvd+rw-format -blank /dev/cd1

Quellen

Verweise